Deutsche Schule.
Deutsche Sprache.
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Tentsche Schule, s. Volksschule.
Deutscher Sprachunterricht in der Volksschule (mit Einschluss der Auf-sätze) nebst einigen Bemerkungen über den Sprachunterricht in derFortbildungsschule, der Mittelschule, der höheren Töchterschule undim Seminar. Fast überall im elementaren Schulwesen genießt der deutsche Sprach-unterricht heute einer hohen Werthschätzung und einer breit bemessenen Ausdehnung.Auch der laute Streit der widersprechendsten Meinungen, der das Gebiet gerade diesesUnterrichtsgegenstandes Jahrzehnte lang zu dem unruhigsten und unsichersten machte,hat sich doch schon ziemlich beruhigt. Denn wenn auch in der Praxis die Vertreterder verschiedensten älteren Strebungen und Richtungen noch unbeirrt neben einanderfortarbciten, in der Theorie wenigstens und in der Nebung der jüngeren Geschlechterist doch über sehr wesentliche Puncte bereits annäherndes Einverständnis erreicht. Esfallt uns fast schwer, Angesichts dieses gesicherten Besitzstandes sowohl an Stundenaus den Lectionspläncn, als an theoretischen Grundsätzen und Forderungen, uns zuerinnern, daß noch vor nicht zu langen Jahren der ganze Bestand und die Berech-tigung des Sprachunterrichts überhaupt in Frage gestellt war, und daß wir in Ge-fahr waren, von allem, was wir heute unter dein Namen des Sprachunterrichts be-fassen, das erste Lesen und Schreiben als einzig berechtigten Nest zurückzubehalten,alles übrige aber auf Grund einer gewißen Ueberspannung des an sich richtigen Satzes,daß aller Unterricht Sprachunterricht sei, an die übrigen Unterrichtsfächer vertheiltzu sehen.
Es ist indessen nicht die Absicht dieses Aufsatzes, den geschichtlichen Entwicklungs-gang des elementaren Sprachunterrichts darzulegcn, wie dies der seitdem verstorbeneSeminarrcctor Stockmayer in der größeren Encyklopädie in einer kurzen und rechtzweckmäßigen Fassung gcthan hat (vgl. d. Art.). Aehnliche und zum Theil nocheingehendere Darstellungen der Geschichte des Sprachunterrichts finden sich zahlreich,ebensowohl in den allgemeinen Werken über Pädagogik und deren Geschichte, wie inden eigentlich methodischen Schriften über den Sprachunterricht (vgl. z. B. Rud.v. Raumer „der Unterricht im Deutschen" im 3. Bande der „Geschichte der Pädagogik"von Karl von Raumer, auch gesondert herausgegebcn; Karl Schmidt, Geschichte der Päda-gogik Bd. 4 an vielen Stellen; Schütze evangel. Schulkunde, 3. Aust. S. 300 ff., bes.S. 398 ff.; Kahle, Grundzüge der Volksschnlerziehnng, Bd. II. S. 38 ff. undanderes). Für jeden Lehrer, der nicht bloß Handwerksarbeiter sein will, ist cs ganzunerläßlich, sich auch über die geschichtliche Entwicklung des Sprachunterrichts zuorientiren.
An diesem Orte handelt es sich bloß darum, das Wesentliche von dem kurz zu-sammenzndrängcn, was sich als das Resultat der längeren Erörterung und der ge-meinsamen Geistesarbeit der Schule eine wenigstens annähernd allgemeine Geltungund Anerkennung erworben hat. Der vorliegende Artikel bezweckt nichts anderes,als, indem er mehr nebenbei auch über die wichtigsten der noch vertretenen älterenRichtungen und Strebungen einigermaßen oricntirt, vor allem dem Sprachlehrer einkurzer Wegweiser zur wirklichen Unterrichtspraxis zu sein, der ihn durch genügendeund etprobte Fingerzeige zu fördern und wenigstens vor den gewöhnlichsten Misgriffenzu bewahren sucht.
Zu diesem Behufe bedarf cs auch keiner weit ausholendcn principiellen undtheoretischen Erörterungen. Wohl aber ist es unumgänglich, von vorn herein die-jenigen thatsächlichen Momente kurz ins Auge zu fassen, welche die Nothwendigkeitdes Sprachunterrichts in den: Lehrplane der Volksschule begründen und demselben diebedeutende Stellung, welche er jetzt einnimmt, sichern, und im Zusammenhänge damitseine Ausgangspunctc, das, was er vorfindet und worauf er seine Arbeit ausbaut,genügend klar zu legen: Erwägungen und Betrachtungen, welche nicht nur für diegewöhnlich angenommenen Zweige des Sprachunterrichts Eintheilungsgründe abgeben,sondern welche auch erst für die Bcurthcilung der einzelnen Tätigkeiten Licht und fin-den Lehrplan und dessen Ausführung feste Unterlagen und Zielpuncte geben.
Auch die Sprache gehört — cs sei gestattet, dies einleitend und vorüber-gehend, doch nicht ohne Bezug auf das Folgende hier zu bemerken — zu den „un-