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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Tankbarkeit.

Teclamation.

verlangen ist; die Ucberhäufung des Kindes mil Wohlthaten, z. B. das Uebermaß inWeihnachts- und Geburtstagsgeschenken, hat eine gewiße Gleichgültigkeit neben derUnersättlichkeit des Begehrens, also das gerade Gcgenthcil der Dankbarkeit zur Folge;schwache Mütter, die dem Kinde nichts abzuschlagen vermögen, erndten in der Regelden wenigsten Dank; vollends thöricht ist es, dem Kinde das unaufhörlich vorzurechnen,was cs uns persönlich zu danken habe. Der richtige Weg zur Erzielung der Dank-barkeit gegen unsre Person und eben damit zugleich zur Befähigung des jungenHerzens für dieselbe im allgemeinen wird außer dem oben Bemerkten noch spccielldurch folgende Puncte sich bestimmen lassen. 1) Je mehr der Erzieher, nicht umTank für seine Person zu erndten, sondern aus Pflichtgefühl und mit einer sich selbstnie genügenden Liebe alles thut, was zu des Kindes Bestem gereicht, um so mehrwird wenn auch erst in den reiferen Jahren der Dank ihm g-sichert und eben-damit die Dankbarkeit als allgemeine Tugend gewurzelt sein. Giebt ein Lehrer nurdas Beste, was er geben kann, widmet er Zeit und Kraft seinen Zöglingen, so daßsie sehen, mit demselben Ernste, den er vielleicht streng von ihnen fordert, opfert ersich selbst ihnen auf, weil ihm alles an ihrem Wohl gelegen ist: dann ist er auch desDankes aller derer gewiß, aus denen etwas wird; während die schönsten Worte undder gleißendste Schein auch vor der Jugend Augen den Miethlingssinn nicht zudecken,der selbst dem, was man wirklich leistet, alle Dankcswürdigkeit nimmt. 2) Währendaber ich selbst nie positiv den Tank meines Kindes, meines Schülers fordern werde(nur bei ganz eclatanten Fällen kann ich sagen: ist das der Dank, den ich von dirhoffte?), so ist es desto angemessener, wenn der Vater die Kinder gelegentlich an dasmahnt, was sie der Mutter schulden, und umgekehrt, ebenso die Eltern dem Lehrergegenüber und umgekehrt; Geschwister heiße man einander danken für jeden Liebes-dienst. 3) Tie Gewöhnung an Dankesbezeigungen, wie sie schon der Anstandfordert, ist ganz gut, wie oben bemerkt; aber sie dürfen dem Kinde nicht in einerlästigen, umständlichen, der Einfalt und Geradheit der Kinder widerstrebenden Weiseauferlegt werden, so daß es für jede Bagatelle tiefe Bücklinge machen muß. Jedeheuchlerische Bezeugung der Dankbarkeit, zu der man zwingt, muß das Dankgefühl,das wirklich vorhanden ist, tödten. 4) Wichtig aber ist, daß man dein Kinde selberfür jede Dienstleistung, die nicht von demselben als bloßes Müßen angesehen undausgeführt worden, also zumeist für Aufmerksamkeiten, die es von freien Stücken unserzeigt, freundlich dankt. Gerade dies Gefühl, andern etwas sein zu können, das sieuns danken, macht zur Dankbarkeit selbst geneigt. Endlich 5) wird es sehr viel aus-machen, ob der ganze Ton im Elternhause darauf gestimmt ist, daß gern und warmder Dank, den man nach irgend einer Seite hin im Herzen trägt, ausgesprochen wird.Wenn der Vater von seinen Eltern, von den Lehrern seiner Jugend re. in solchemTone spricht, das klingt anders nach in den jungen Herzen, als wenn die, denen manunter die Augen tiefe Reverenzen macht, zu Hause durchgehechclt werden oder derVater mit Behagen erzählt, welche Streiche er einst seinem Schulmeister gespielt.Selbst den Dienstboten gegenüber fordert der feinere Sinn, daß man sie nicht immerfühlen läßt: was du thust, dafür bist du bezahlt; weiß man, daß gerade das Bestesich nicht bezahlen läßt, und scheut sich daher auch nicht, wenn ein Dicnstbote unsetwas besonders zu Danke gemacht, z. B. vorgesorgt hat, wo wir nicht voraus dachten,oder an einem Krankenbette treue Dienste geleistet, ihm zu zeigen, daß man ihm auchDank dafür weiß, so wird auch dies dazu dienen, das Kind durch die That zu be-lehren, daß zum Danken niemand zu vornehm ist.

Tecan, s. Schulregiment.

Teclamation. Unter Dcclamiren hat mau ein dem Sinn und Verständnisentsprechendes Vortragen von auswendig gelernten poetischen oder prosaischen Meister-stücken sich zu denken. Es bilden die Teclamationen in unfern Volks- und Gelehrten-schulen einen Thcil des deutschen Unterrichts, der in so fern, als darauf gesehen wird,daß der Stoff selbst fruchtbare und bildende Gedanken enthält, alle Beachtung ver-dient. Natürlich kann bloß dann von einer Teclamation die Rede sein, wenn nachvorausgegangcnem Verständnis Hebung und Senkung der Stimme, Schärfe oderStumpfheit, Stärke oder Schwäche der Laute, die Betonung einzelner Wörter undkleinerer oder größerer Sätze und ihrer Theile, die steigende oder fallende Lebendigkeit