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Concentration des Unterrichts in der Volksschule.
nach zu streben, nicht daß er möglichst extensiv, vielmehr daß er intensiv werde. Dennein Unterrichtsstoff nur dadurch wahrhaftes geistiges Eigenthum wird, daß er nichtbloß Wissen, sondern vorzugsweise Können ist, so kann der Ruhm und die Aufgabeder Schule nicht darin liegen, daß dem Schüler möglichst viel Stoff gegeben werde,sondern daß der gegebene Stoff ihm zu eigen und gleichsam zu einem Werkzeugewerde, mit dem er etwas verrichten kann; nicht darin z. B-, daß er in der Mathe-matik zu den höchsten Höhen geführt werde, sondern daß er den Kreis, in welchemer sich für seine künftige Berufsbildung bewegen muß, nicht überschreite, innerhalbdesselben aber so heimisch sich fühlen lerne, daß ihm bei keinem Lehrsätze die praktischeAnwendbarkeit fremd bleibe. Eine richtige Anwendung der Concentration fordertallerdings gerade hier von manchem Lehrer eine nicht geringe Selbstverleugnung, damancher so gar geneigt ist, seinen Ruhm darin zu finden, daß er seine Schüler mög-lichst weit gebracht habe, und da zuweilen selbst Behörden, wie ohnehin das Publicumden Stand einer Schule mehr nach der Extensität als der Intensität des Unterrichtsbcurtheilen.
Concentration oder Zersplitterung ist aber auch noch möglich in der Anordnungund Aufeinanderfolge der Stoffe. Welches Resultat würde wohl der Industrielle zuTage fördern, wenn er von Stunde zu Stunde das begonnene Geschäft verlassen undzu einem neuen oft ganz heterogenen überspringen wollte? Solchen dcsultorischenUnterricht aber muthet man dem Knaben in der Schule gar häufig zu, wenn manein ganzes Durcheinander von Fächern auf einander folgen läßt, die lediglich in keineminneren Zusammenhang mit einander stehen. Wenn es gleich nicht zu verkennen ist,daß die Thätigkeit des Geistes einer Abwechslung bedarf, und daß ein allzulangesVerweilen bei dem nämlichen Stoffe endlich eine Abstumpfung bewirken muß, währenddie wahre Erholung und das wahre Ausruhen von einer anstrengenden Thätigkeitnicht im Nichtsthun, sondern in dem Wechsel der Arbeit beruht, so darf dieser Wechseldoch nicht soweit gehen, daß keine Vertiefung in einen Unterrichtsstoff mehr möglichist. Vor allem sollten die Hauptfächer, die den oben bezeichnet«: Kern des Unterrichtsbilden, so gelehrt werden, daß der Schüler sich in den Stoff vertiefen kann.
Endlich aber muß noch auf einen Hauptpunct für die Concentration des Unter-richts hingcwiesen werden, nämlich die Concentration in der Person des Lehrers,worüber hier wenigstens die aus unserem Gesichtspuncte sich ergebenden Folgerungenzur Sprache kommen mäßen. Tie oben geforderten innigen Beziehungen der einzelnenUnterrichtsfächer zu einander können unmöglich, wenigstens nicht in ihrem vollen Maßeverwirklicht werden, wenn sie in den Händen verschiedener Lehrer sind, selbst wenndiese, wie dies nicht immer der Fall ist, mit einander in ein genaueres Vernehmentreten. Tie principielle Durchführung der Concentration des Unterrichts fordert zu-nächst vorherrschend Elasten- nicht Fachlehrersystem, soweit die Fächer wirklich Zu-sammenhängen, also möglichste Vereinigung der sogenannten ethischen Fächer in einereinzigen Person, und ebenso wieder der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer.Sie fordert aber ebenso Vermeidung des öfter:: Wechsels der Person des Lehrers fürdas gleiche Fach, also möglichste Vermeidung dcS Uebelstandes, daß der Schüler mitdem Vorrücken in einen höheren Jahrescurs für das bisher getriebene Lehrfach einenneuen Lehrer bekomme, was manchmal ziemlich gleichwirkend ist mit der Uebersiedlungin eine ganz neue Schule. Weiteres siehe in dem Artikel über das Elasten- undFachlehrersystem.
Concentration des Unterrichts in der Volksschule. Ucber diesen Gegen-stand ist in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Aufsätzen und Büchern erschienen.Alle sind darüber einverstanden, daß das Centrum nur das Subjcct, der Schüler,sein könne und erst durch die Beziehung der Unterrichtsgegenstände aus ihn und durchdie Wirkung, welche ihr wechselseitiges Jneinandergreifcn auf die geistige Entwicklungund Gestaltung entfalten soll, eine Concentration zu Stande komme. Der Unterrichtmuß demnach so gestaltet werden, daß alle Lehrfächer auf den einen Punct, diecentrale Fassung der Persönlichkeit, hinarbeiten und alle so in einandergreifen, daß sie von den verschiedensten Seiten auf das Individuum nach dem einen Zielehin einwirken. Um nun eine solche Centralisation der Unterrichtsgegenstände zu er-möglichen, müßen zunächst die Gesichtspuncte, welche für die Auswahl des Stoffes