Komenius.
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eine naturgemäße, wahrhaft bildende Methode. Die Wichtigkeit der Realien hatte C.besonders durch Bacon von Veruläm erkannt, und ganz in dem Sinne dieses seinesMeisters fordert er auf, wie das Buch der Offenbarung, so auch das Buch derNatur von dem verhüllenden Wüste traditioneller Vorurtheile zu befreien, und ruftaus: „Wohnen wir nicht eben so gut als die Frühem im Garten der Natur? Warumsollen wir nun nicht eben so wohl wie sie Augen, Ohren, Nase brauchen; warumdurch andere Lehrer als durch unsere Sinne, die Werke der Natur kennen lernen?Warum, sage ich, sollen wir nicht statt kodier Bücher das lebendige Buch der Naturaufschlagen?" Das alles sind uns jetzt sehr geläufige Gedanken, aber sie waren dasEi des Columbus in einer Zeit, da man Mathematik nur aus Euklid, Geographienur aus Mela, Naturgeschichte nur aus Pliuius lernen zu können glaubte. Wasdie Methode des Sprachunterrichts aulangt. so bezeichnet er als die dreiHauptstücke seiner Methode den Parallelismus der Dinge und Worte,die lückenlose Stufenfolge des Unterrichts und das leichte, ange-nehme, schnell fördernde Verfahren bei seinem Unterrichten, da derSchüler in steter Thätigkeit sei. Schon die Schuleinrichtung soll diesenGrundsätzen dienstbar sein. Für die Kinder bis zum 6. Jahre ist die Mutter-schule. Eine Mutterschule muß in jedem Hause sein. Mit dem 6. Jahre nimmtdie deutsche Schule den Zögling auf. Eine solche Schule sollte in jeder Gemeindesich befinden, damit alle Kinder ohne Unterschied unterrichtet werden könnten. (Mirdem 12. Jahre folgt die lateinische Schule, für das 18. bis 24. Jahr die^euäoiniu). Hauptgrundsatz der Methode ist: Nicht ein unverstandenes Wortohne die Sache, überhaupt kein unverstandenes Gcdächtniswerk, sondern die Selbst-thätigkeit des Schülers stets wach erhaltender Fortschritt vom Leichteren zum Schwereren.In allen Lehrbüchern sah C. darauf, daß das Wort allezeit dem klaren Begriff der Sacheerst folge. Aber C.'s Realismus forderte, daß die Sache auch dem Schüler in unmittel-barer Anschaubarkeit vor Augen trete. Aus dieser Forderung ist der Orbis xictushervorgegangcn. Was Himmel und Erde, Mensch und Thier, das gesammte menschlicheLeben und Treiben, Glauben und Hoffen der kindlichen Anschauung und Vorstellungdarbietet, das ist bildlich dargcstcllt und durch beigefügte Beschreibung und Betrach-tungen erläutert. In wie hohem Grade das Buch einem Zeitbedürfnis cntgegenkam,beweist am besten die außerordentlich große Anzahl von Auflagen, welche es bis indie neueste Zeit, zuletzt freilich in stark modificirter Gestalt, erlebte. Nicmeyerhat Basedow's Elcmentarwerk, dessen Gedanke allerdings an den des Orbis pietussich anschloß, eilten veredelten Orbis pictns genannt. Mit Unrecht, wenn dies mehrsagen will, als daß die Kupfer besser sind. Der Orbis piotus beschränkt sich ebendarauf, bildlich darzustellen, was sich für Kinder bildlich darstellcn läßt, das einzelne,concrete, anschaubare Ding. Die ausgeführten Compositionen des Elementarwcrksdagegen verwirren meist mehr, als sie ansklärcn, und wenn sie moralische Grundsätzeund Nestexionen abbilden wollen, so versuchen sic vollends das Unmögliche und gc-rathen zuweilen geradezu in das Absurde. Vergl. auch d. Artikel Bilderbogen.Bilderbuch.
Was so sachgemäße und fruchtbare, wirklich pädagogische Gedanken, so scharf-sinnige Beobachtungen und feine Winke und meist so taktvolle und zweckmäßige Aus-führungen für jene Zeit bedeuten wollen, wird von selbst einleuchten. Einen ganzbesonderen Werth aber erhalten des C.'s pädagogische Vorschläge dadurch, daß sieniemals als vereinzelte Einfälle auftretcn, sondern Beftandthcilc eines wohldurchdachtenSystems bilden, und daß dieses System wiederum das Product einer umfassendenund im wesentlichen durchaus gesunden Gesammtanschauung der menschlichen Ver-hältnisse und pädagogischen Aufgaben ist, wie dieselbe unter dem Einflüsse der realenpädagogischen Mächte sich bildete, welche im Evangelium, in der ernsten christlichenZuchl und Ordnung des Lebens in der Gemeinde und im eignen Hause wirksam sind.Dadurch unterscheidet sich C. sehr zu seinem Vorthcile von seinem Zeitgenossen Ratich,und eben darauf mochte die Aeußerung des großen schwedischen Reichskanzlers sichbeziehen, daß das, was C. aufstelle, besser gegründet zu sein scheine. Wenn Ratichmit seiner alleinseligmachenden Methode und seinen didaktischen Geheimmitteln, die ernur um schweres Geld bekannt machen wollte, an neuere pädagogische Adepten, wie