Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
Seite
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Elavierspiel.

Comenius.

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7. Das Fortschritten muß immer so geschehen, daß ein Stuck befriedigend fertigund sicher geht, ehe an ein anderes gegangen wird. Eben deshalb aber darf dieWahl immer nur auf solche Stücke fallen, die der Schüler nach seinem jetzigen Stand-punkt bewältigen kann, die ihm zu thun geben, aber mit denen er durch Beharrlich-keit fertig wird.

8. Es giebt Clavierspieler, die schlechterdings nur Gedrucktes, nichts Geschriebenesspielen wollen. Tas ist so verkehrt, daß wir sogar sagen: wer nicht selbst fick einigeMusik schreibt, der wird nie sehr tief in ihre Geheimnisse eindringen. Das Noten-schreiben ist dem rechten Musiker ein Genuß, denn er hört die Musik, in-dem er sie schreibt, und gewinnt einen Blick in die Structur eines Stücks, indem sichdasselbe vor ihm auf dem Papier aufbaut.

9. Tas Pedal bleibt anfangs ganz ungebraucht; erst bei einiger Fertigkeit mausdrucksvollem Spiel ist auch Anleitung zum Gebrauche desselben zu geben.

10. Phautasiren soll der Schüler nicht; es ist wenigstens zu ignoriren, außerwenn die Begabung eine eminente ist: daun aber soll er die Composition lernen, umseine Ideen nicht im Momente verdampfen zu lassen, sondern sie in Regel und Formzu fassen.

11. Eigene Hebungen zum Behufc des Vcmblattespielens specicll vorzunehmen,ist überflüssig; hat der "Schüler den Grad der Fertigkeit erlangt, daß seine Kräfte be-reits über Musikstücke von mäßiger Schwierigkeit hinausreichen, dann wird er ohnebesondern Befehl alle Sachen dieser Art vom Blatte spielen: die beste Hebung hierinist das Zusammenspiel entweder zu 4 Händen oder mit andern Instrumenten. Esgiebt zu jener Kunst keinen andern Weg als den der allgemeinen musikalischen Bil-dung, die nicht bloß die Finger fertig gebrauchen, auch nicht bloß die Notcnsystcmeblitzschnell überschauen, sondern durch eine Art Divination den Gang der Gedankendes Cemponisten einigermaßen voraus ahnen lehrt.

Coklaborator, s. Lehrer.

Collcqialität, s. Lehrercollegium.

Comenius (Johann Amos) wurde am 28. März 1892 zu Eomnia (daherComenius) im südöstlichen Mähren geboren. Neuere Biographen, wie Fr. I. Zaubek,nennen als Geburtsort Ungarisch Brod. Sein eigentlicher Name ist völlig ver-schollen. E.'s Vater war ein Müller, starb aber wie die Mutter früh; erst im 16.Lebensjahre kam C. in eine lateinische Säule. 1612 bezog er, um zum Priester-stande sich vorzubcreitcn, die Gelehrtcnschule Herborn in Nassau, später die UniversitätHeidelberg und kehrte 1614 in sein Vaterland zurück. 1616 wurde er ordinirt undkam 1618 als Prediger nach Fulnek in Mähren (südlich von Troppau), wo er zu-gleich die Direktion der Schule übernahm. Bald brach die Zeit schwerer Prüfungenfür ihn herein. Nach der unglücklichen Schlacht auf dem weißen Berge (8. Nov.1620) wurde Fulnek 1621 von den Spaniern geplündert und C. fast seiner ganzenHabe, namentlich seiner Bibliothek und seiner Manuskripte, beraubt. Als im Jahre1624 alle protestantischen Prediger aus den österreichischen Landen verwiesen wurden,verlor C. natürlich sein Amt, und lebte bald da bald dort im Verborgenen, bis er1628 mit Tausenden von Glaubensgenossen völlig auswandern mußte und in Lissain Polen einen neuen Wirkungskreis fand. Als er auf das Grenzgebirge kam, saher sich noch einmal nach Mähren und Böhmen um, fiel mit seinen Brüdern auf dieKniee und betete zu Gott unter vielen Thräncn, daß er doch mit seinem Wort nichtgar aus Mähren und Böhmen weichen, sondern sich noch einen Samen behalten wolle.

Der Austritt des C. aus seinem engeren Vaterlande wurde für ihn bald zumEintritt in eine mehr als europäische Berühmtheit. Er verdankte diese seinen päda-gogischen Bemühungen, welche theils auf Erfindung einer besseren Methode des Schul-unterrichtes, theils in höherem Stil auf Begründung wahrer Bildung der Menschheitüberhaupt durch eine neue Construction der gesummten Wissenschaftslehre gerichtetwaren.

In Lissa gab sich C. ganz seinen pädagogischen Bestrebungen hin. Er leitetedas dortige Gymnasium, trat mit mehreren Gelehrten über die von ihm beabsichtigteReform des Unterrichts in Correspondenz und veröffentlichte bereits 1631 sein erstesepochemachendes Werk, die llauua linAuarum rossraku, welches in zwött