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1 (1877) A - Liebe
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Elavierspiel.

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«erderber. Um sodann Orchesterwerke auf dem Clavier gut darzustellen, ist es unumgänzlich nöthig, daß man hie und da ein gutes Orchester hört; einem Schüler, demdieses Bildungsmittel fremd geblieben, wird man den Mangel deutlich abfühlen, auchwenn er sonst begabt und fleißig ist. Noch weiter wird freilich kommen, wer außer-dem in den Stand gesetzt wird, eine Partitur zu stndircn. Was aber vollständigeClavierauszügc von Opern und Oratorien betrifft, so muß der Klavierspieler, auchohne selbst Sänger zu sein, durchaus lernen, die sämmtlichen Singstimmen selbstwenn sie nicht alle dnrch's Clavier darzustcllen wären wenigstens mit zu hören,somit ste während des Spiels immer alle zugleich zu überschauen. Dies hat mehrWerth, als jene Clavierauszügc ohne Text, da irgend ein Schmierer alle Singstimmenin die Clavierstimme hineinlegt und drevi manu wegläßt, was man nicht bequemgreifen kann. Endlich gehört aber unter diejenige großartigere Musik, die dasClavier in seinem kleineren Format wiederzugebcn berufen ist, auch die Orgelmusik.Einem tüchtigen Klavierspieler dürfen auch die Orgelfugcn unsrer großen Meisternicht unbekannt bleiben.

Was endlich die Aufgabe des Clavicrs als Begleitungsinstrument betrifft, so willauch dieser Theil der Kunst besonders gelernt sein. Die Singstimme ebensosehr zutragen und zu halten, als sich ihr bescheiden unterzuordnen, namentlich aber einenChor zugleich zu beherrschen und doch ihn frei sich bewegen zu lassen; jeder Nuancenachzugcben und doch wo es nöthig ist, den oder die Sänger mit sich fortzureißen,auch am rechten Orte die Selbständigkeit der begleitenden Stimme (wie z. B. inMozarts, in Webers Opernarien) geltend zu machen und doch den Gesang nirgendszuzndcckcn, bei etwa unsichern Stellen dem Sänger den gefährdeten Ton durch geeig-neten Anschlag so zu suggcriren, daß die Hörer von der Gefahr nichts merken: dasalles sind Tugenden, die man haben und, um sie zu haben, sich erwerben muß. Einganz anderes Stück Arbeit war freilich das Accompagnement dazumal, als man demKlavierspieler von einer Arie, einem Concert re. immer bloß den bezifferten Baßverlegte, und er nun harmonistische Kenntnis genug haben mußte, um die vollständigenAccorde uz>d zwar in natürlicher, fließender Verbindung selbst beiznfügen. Andersist die Stellung des Klavierspielers in dem Falle, wenn sein Instrument nicht be-gleitend, sondern als Hauptmitglied eines Ensembles von Instrumenten, also balddominirend, bald accompagnirend, bald selbständig wie die andern mitwirkend anftritt.Wo man die Leute dazu hat, muß man diese Uebung nicht versäumen; in den SonatenMozarts und Beethovens für Clavier und Violine, sowie in den wunderbaren, aberbei jeder Exemtion wieder mehr fesselnden Sonaten Sebastian Bachs für diese beidenInstrumente; ferner in den Trio's von Haydn und Mozart, noch mehr in den über-schwänglich schönen von Beethoven, sofort von Hummel, von Mendelssohn, von Schubert,von FeSka, dann in Quartetten, Quintetten, Septetten von diesen und andern Meisternbesitzen wir einen kostbaren Schatz von Hausmusik, der noch dadurch vermehrt wird,daß auch größere Orchestcrwerke, wie die Beethoven'schen Symphonien, sich gehörigarrangirt von solch einem Zusammenspicl ungeniein wirksam darstcllcn lassen.

III. Es ist jedoch Zeit, daß wir noch die Grundzüge der Methodik des Klavier-unterrichts selbst in Kürze beifügen.

1. Das Alter, in welchem der Clavierunterricht füglich anzufangen ist, setzen wirim Durchschnitt aufs 8.-9. Lebensjahr fest. Höher begabte Kinder beginnen freilichweit früher und die soll man auch so lange nicht Hinhalten, sondern dem Trieb ent-gegenkommen, sobald er entschieden da ist; später aber, als um das angegebene Alter,erst anzufangcn, bringt den Nachthcil mit sich, daß die Finger leicht schon zu steifsind, auch dem Schüler, der in andern Fächern immer stärker beschäftigt wird, danndie Mühe des ersten Anfangs schwerer fällt. Friedrich Wieck sagt überdies:DaSrein Mechanische soll zum größten Theil abgemacht werden im Murmclthicrzustandedes Menschen, nicht aber in den Jahren des Bewußtseins, wo man von Poesie undBegeisterung im Spiel schon zu sprecken weiß und sprechen muß."

2. Die Elementarkcnntnisse Unterschiede und Namen der Töne, Notirungs-weise, Tonarten, Taktarten, Fingersatz, später der Unterschied der Tempi, die dyna-mischen Gegensätze und Uebergänge diese Dinge sind im Grund immer dieselben,und eS kommt dabei nickt etwa auf Erfindung eines neuen Lehrgänge?, desto mehr