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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Elassenthciluiig.

Clavierspicl.

zu achten, I. daß nicht mehr als höchstens 3 Abtheilungen gebildet werden, weil beieiner größeren Anzahl das Verhältnis des unmittelbaren Unterrichts, den die Schülergenießen, zu der Selbstbeschäftignng ein für sie gar zu ungünstiges wäre und dieUebersicht über das Ganze zu sehr erschwert würde; 2. daß die einzelnen Abtheilungeneine so viel thnnlich gleiche Schülerzahl erhalten, damit der einzelne Schüler seinender Gesammtzahl entsprechenden Antheil an dem unmittelbaren Unterricht empfängt,auch die Vereinigung der Abtheilung in einzelnen Fächern erleichtert wird. 3. DieAuswahl der einzelnen Schüler für die Abtheilungcn geschieht, da das Alter der bereitsEiner Elaste angehörigen Schüler nicht maßgebend sein kann, nach der geistigenTüchtigkeit. Und zwar ist es den Zwecken der Volksschule angemessen, daß die Schülerauch hier nicht nach einzelnen Fächern, sondern nach ihrem Totalwerth in Abtheilungengeschieden werden; nur in Fächern wie das Rechnen ist eine Abweichung von der all-gemeinen Eintheilung zu gestatten.

Clafsenversehung, s. Versetzung.

Classenziel, s. Lehrziel.

Clavierspiel. Das Clavier ist dasjenige Instrument, das unstreitig das popu-lärste, in den Familien am meisten einheimische ist, an dem darum auch die meistenKinder, die Musik treiben sollen oder wollen, einen Thcil ihrer Jugendzeit abzusihenhaben. Wir beschränken uns aber darauf, die Bedeutung des Clavierspiels für dieFamilie, also für die Hausmusik hervorzuheben, und lassen die zur Profession gemachteVirtuosität bei Seite. Denn die geflissentliche Ausbildung zum Virtuosen ist in der s

Regel etwas geradezu unpädagogisches, ein langsamer Mord an Leib und Seele, j

dessen Ziel Gold und Ehre meist wie gewonnen so zerronnen ist; was dagegendie musikalische Erziehung solcher Geister betrifft, die providentiell zu schöpferischerKunstihätigkeit berufen sind, so gehört dies in den allgemeineren Artikel über Musik.

I. W. H. Riehl hat in einer trefflichen Abhandlung über musikalische Erziehungden Satz aufgestellt, man mäße den Musikunterricht nicht mit dem Clavier, sondernmit der Geige und dem Gesang beginnen. In Bezug auf den Gesang sind wir inso weit einverstanden, wenn man damit nur Liedchen und etwa eine Scala meint,welche nach dem Gehör gesungen werden; im übrigen geben wir auch bereitwillig zu,daß, wer Clavier geleint hat, immer noch irgend ein anderes Instrument, dasMädcken wenigstens de» Gesang daneben lernen soll; denn diebloßen" Clavierspielerbleiben, wenn sie über die Mittelmäßigkeit nicht hinanskommen, in der Regel an derallerschlechtesten Sorte von Musik, an Walzern, Polka's und Potpourri's hängen;bringen sie es aber zu einiger Fertigkeit, so greifen sie stets nach dem Modernsten; ihrHorizont bleibt viel zu enge, als daß sie Verständnis für große, ernste Musikwerkehätten; sollen sie einen Chor accompagniren, so verstehen sie nicht, das Ganze geistigzu durchdringen, verstehen nicht einmal die Singstimmen zu überschauen; sollen sie einTrio oder Quartett mitspielen, so spielen sie für sich fort, ohne das Ganze mitznerleben.

Wir kennen auch den weiteren Grund gegen die übliche Bevorzugung des Claviers,daß der Ton desselben unter allen Instrumenten der unmusikalischste, der unbildsamsteist; er liegt fertig schon im Instrument, während der Geiger und Bläser seinen Tonerst erzeugt und ihm darum eine Seele einhauchen kann, wie sie die Tasten in ihrerhölzernen Sprödigkeit nicht annehmen. Aber wenn wir eben deshalb außer demClavier von jedem, der einige musikalische Bildung haben soll, noch ein Weiteres ver-langt haben, so soll damit jenem dennoch der Ehrenplatz, den es einnimmt, nichtstreitig gemacht, ihm auch für den musikalischen Unterricht seine Bedeutung nicht ver-ringert werden. Diese beruht auf Folgendem. 1) Das Clavier ist ein musikalischerMikrokosmos; denn ohne Ausnahme läßt sich mittelst seiner alle Musik, die größtenChor- und Orchesterwerke nicht ausgenommen, mit Melodie und Harmonie vollständigdarstellen. Umfassender zwar an Tonmenge und Tonfülle ist die Orgel, aber zugleichso schwerfällig, daß sich darauf keine lebhaftere Violinpassage und so eine Menge derwichtigsten Jnstrumentaleffccte schlechterdings nicht wiedergeben läßt. Diese Effectekan» zwar das Clavier auch nur mehr oder weniger unvollkommen wiedergeben; imganzen aber giebt es dennoch nichts, was sich nicht so darstellen ließe, daß der Hörer denSmn des Musikstücks oder Gedankens sich vergegenwärtigen kann (Clavierauszüge).

So ist dem Clavierspieler, wie keinem andern Instrumentalisier!, das ganze, uner-