Charakter.
Classcnlchrjystem und Fachlchr-hstcni.
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— ja oft mehr, als die Eltern selbst, eben weil die Schule beiderlei Eigenschaften,die der Heimat und die der Fremde, in sich vereinigt.
k. Aber die Welt, die Fremde wird nur dann diese heilsame Wirkung vollständigausüben, wenn aus dem Elternhause etwas mitgebracht worden ist, was jener Selb-ständigkeit erst ihren höchsten sittlichen Werth verleiht. Das ist der Glaube, durchwelchen das Selbstvertrauen zum Gottvertrauen, die Festigkeit zur Treue wird.Man hat gesagt, das Ehristenthum mache wohl fromme, dienstfertige, demüthige Leute,aber keine kraftvolle Menschen, keine Charaktere — wer das behaupten kann, muß nieetwas von Augustin, von Bernhard, von Luther, von A. H. Francke, von Oberlingehört haben.
Christliche Bildung, s. Bildung.
Christliche Pädagogik, s. Pädagogik.
Classenlchrstisten» und Fachlehrsystenr (kürzer: Classcn- und Fachsystcm) undClassen lehrersystcm und Fachlehrersystem. Hftmit pflegt man zwei verschie-dene Weisen zu bezeichnen, nach denen das Zusammensein von Schülern sich geordnethat, um gehörigen Unterricht erhalten zu können.
Das Eigenthümliche des Classenlehrsystems besteht darin, daß die Schülereiner bestimmten Schulabthcilung in allen Gegenständen, welche auf der betreffendenSchulstufe zu behandeln sind, den Unterricht in dauerndem Beisammenbleiben empfangen;das Eigenthümliche des Fach lehrsystems aber darin, daß die Schüler nach dem jedes-maligen Stande ihrer Kenntnisse in den einzelnen Lehrgegenständcn zu Gruppen vongleichstehenden Schülern versammelt werden, um den für ihren Bildungsgrad ebenberechneten Unterricht in den einzelnen Gegenständen zu empfangen.
Nach dem Fachsystcm muß jede Schule sich in so viele Schulen mit eben sovielen Lehrern facultätsmäßig auflösen, als sie Lchrgegcnstände hat und jeder dieserGegenstände hat sich in so viele gesonderte Schülcrabtheilungen zu scheiden, als esHauptlchrstufcn in demselben giebt. Wie complicirt bei genauer Ausführung! —Im Classensystcmc sind höchstens so viel Classen nöthig, als die der bestimmten Sckul-art anhcimfallcnde Lebenspcriode des Schülers Jahre zählt. Es ist das einfachere.Eine Volksschule größerer Städte z. B. wird also höchstens 6—8 Classenstusen haben,wenn die Schüler vom 6. bis 14. Jahre schulpflichtig sind. Es ist aber zwischenbeiden Systemen ein tieferer, innerlicher Unterschied vorhanden, welcher an derBildung selbst, die in beiden erzielt wird, zu finden sein wird.
In dem Wesen der Bildung nämlich, zu welcher die Jugend durch die Schulengeführt werden kann, läßt sich ein fundamentaler Bcstandtheil unterscheiden, dessenSicherstellung der Gegenstand eines allgemeinen Interesses für eine nationalepolitische oder kirchliche Gemeinschaft sein muß, wenn sie selbst fortbestehcn will: soGleichheit der Sitte, Reinheit der Sprache, Übereinstimmung der Gcmüthsrichtung,Vertrautheit mit den Glaubensanschauungen. Diese Gegenstände sind Objecte deröffentlichen Warnehmung und Betreibung und zwar so, daß über und neben den-selben andere Bildungsinteresscn, welche den Einzelnen angchen, unterdessen nichtweiter Gegenstände der allgemeinen und öffentlichen Pflege werden. Um nun zuwirklich bildender Kraft in dem Sckiüler zu gelangen, wird die erziehliche Einwirkungder Schulthätigkcit nicht bloß die Gestalt der die Sondcrintcressen des Einzelnen ab-schwächenden und herabstimmenden Gemeinsamkeit, sondern auch die der aneignendenund gewöhnenden Gleichförmigkeit erhalten müßen.
Jene für Erhaltung der Gemeinschaft erforderlichen, allen Einzelnen zukommcndcn,allgemeinen Bildungsgrundlagen aber zu Pflegen, haben bestimmte Schulen zu ihrerausdrücklichen Aufgabe. Es wird in der Aufgabe dieser Schulen liegen, ihrem Ein-richtungssystem eine Gestalt zu geben, durch welche die Bildung nicht sowohl im Wegemethodischer Abstufung buchmäßig eindccirt, als bei dauerndem Zusammenbleibcn suc-cessive durch Vorleben und Miterlebeulassen zugcführt wird. Dies ist die Gestalteines familienartigen Zusammenseins. Schulen dieser Art sind die Volksschulen imweitesten Sinne des Wortes und sollen es sein.
Als Luther rieth, die Schüler der durch die Reformation ins Leben gerufenenSchulen der Städte in Haufen oder in Elasten zu bringen, wurde die Gleichmäßig-keit des Schulalters dafür maßgebend und das Princip des dauernden Ver-