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Aufmerksamkeit.
Kind haben, daß es bei dem Gegenstände bleibt. Dazu (vgl. den Artikel „Erzieher")gehört die allseitige geistige Ucberlcgenhcit des Lehrers, eine ernste, ruhige Haltung,Heiterkeit im Verkehr mit den Kindern und herzliche Liebe zu ihnen, auch eine kräftigeStimme, lebhaft betonende Sprache und Beweglichkeit des Geistes, welche auf die Ant-worten der Kinder cinzugehen, das Richtige rasch zu benutzen und zu ordnen, dabei aberden Faden deS Unterrichts klar fortzuspinncu versteht, vornehmlich aber auch das Geschickder Negierung der Kinder. 2) lieber den letztgenannten Punct mögen nur einigeAndeutungen gegeben werden: Ter Lehrer muß stets die ganze Classe übersehen;sein Auge gehört allen Kindern, und die Augen dieser gehören dem Lehrer. TerUnterricht beginnt erst, wenn alle Kinder in stiller Sammlung sich befinden. JederSchüler, der antworten will, giebt das Zeichen dazu durch Aufheben der Hand. So-bald sich Unaufmerksamkeit zeigt, hält der Lehrer inne oder giebt einen Wink mitdem Äuge oder der Hand. Alle Antworten werden in vollständigen Sätzen gegeben.Alle Fragen sind an die ganze Classe gerichtet; aber in der Regel darf nur das be-sonders aufgerusene Kind antworten; bloß wichtige Sätze werden im Chor gesprochen.Zeigt sich augenblickliche Thcilnahmlosigkeit, so lasse man rasch eine eben gegebeneAntwort im Chor wiederholen. Ter Lehrer spreche nicht zu laut, wodurch die Un-aufmerksamkeit befördert wird. 3) Besonders nothwcndig ist es, daß er zuerst selbstmit ganzer Seele bei dem Unterrichte sei; sein Interesse, das sich in Wort undMiene lebendig ausspricht, weckt das deS Schülers. Er darf sich mit seinem Denkennicht im Gegenstände so verlieren, daß er kein Auge für die Classe hat und gar nichtmerkt, daß seine Schüler unaufmerksam sind. 4) Er suche den Unterricht anziehendzu machen, indem er sich innerliche Erfassung und anschauliche Vorführung der Sachezum Ziel setzt. Je lebendiger, anschaulicher der Unterricht, je frischer und concreterdie Besprechung des Gegenstandes, desto empfänglicher und aufmerksamer wird derSchüler, desto flüssiger werden seine Gedanken und leichter die Antworten. 5) TerLehrer verweile bei einem Unterrichtsgcgenstande nie zu lange (siehe „Abwechslung"),weder durch Ucberschreituug des üblichen Zeitmaßes, noch durch zu breite Ausein-andersetzung. 6) Auch die Wahl und derWechsel des Lchrtoues und der Leh r-form vermögen zur Erhaltung der unwillkürlichen Aufmerksamkeit wesentlich mitzu-wirken. Der eine Gegenstand fordert mehr akroamatische, der andere mehr katechetischeEntwicklung; auch die Rücksicht auf das Alter der Zöglinge ist hier maßgebend.
II. Dies sind die Mittel zur Erhaltung der unwillkürlichen Aufmerksamkeit,welche vielfach geübt werden muß, bevor es gelingt, die Aufmerksamkeit dem Willenzu unterwerfen. In dieser Hinsicht kommt in Betracht: 1) Ter Gegen-stand des Unterrichtes. Je mehr die Leichtigkeit der Uebersicht und derinnere Zusammenhang zunimmt, desto mehr wächst die Fähigkeit zur willkürlichenSpannung der Aufmerksamkeit. Das Gefühl gelingender Thätigkeit und immerfreierer Beherrschung des Stoffes erhöht das Interesse an dem Gegenstände. 2) DieWahl der Zeit. Mit dem anstrengendsten Unterrichtsgegcnstande ist zu beginnenund mit dem zu schließen, der die relativ geringste Stetigkeit der Spannung erfor-dert; ja selbst innerhalb des Unterrichts ist ein Wechsel der höheren und niedri-geren Grade geistiger Anstrengung rathsam. 3) Je ungleichartiger die Stufender in te llectuellen Bildung sind, auf denen mehrere gleichzeitig zu unter-richtende Schüler stehen, desto mehr ist darauf zu achten, daß jeder neue Begriffdem Schüler zuerst in einer hinreichenden Anzahl einfacher Fälle seiner Anwen-dung vor Augen trete, ehe zu den verwickcltcren übergegangen wird. 4) DasGefühl des geordneten Fortschrittes im Wissen und Können erhöht dasInteresse am Gegenstände; die rege Thcilnahme des Lehrers an den Fortschritten desSchülers vermag diesem Gefühl noch größeren Nachdruck zu geben. 5) Ist es an-fangs die Persönlichkeit des Lehrers, .welche das Interesse und die Aufmerksamkeitdes Schülers auf den Gegenstand überträgt, so soll es mehr und mehr der Gegen-stand selbst werden, der mit wachsender Anziehungskraft ihn fesselt. 6) Man halte dengewohnten Rhythmus von Arbeit und Erholung inne. 7) Die dauerndeFixirung der Aufmerksamkeit gelingt nicht gleich gut für alle Gegenstände. Vondieser Art sind namentlich die Mathematik und Grammatik der Geschichte und denNaturwissenschaften gegenüber.