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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Aufgabe».

Aufklärung.

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festzuhalten sein. Wir führen dies nach der Darstellung von Goltz sch (Lehrplanfür Dorfschulen Aust. 3. S. 47) und Bormann (Unterrichtskunde für ev. Volks-schulen 1856. S. 82 ff.) aus. Hausaufgaben, sagt G., sind das Hauptmittel, umSchule und Familie in der durch das Wesen und die Aufgabe beider Bildungsan-stalten durchaus geforderten äußeren und inneren Verbindung zu erhalten, eine Mit-wirkung der Eltern zur Erreichung der Schulzwecke herbcizuführcn und der Schuleeinen wesentlichen Einfluß auf die Familie zu sichern. Dabei verlangt Goltzschfreilich mit Bormann, daß Stoff und Inhalt alles Lernens und Ucbcns ein solchersei, der dem Hause nicht fern liegt, für den vielmehr die Eltern und alle Gliederdes Hauses ein Interesse haben (Lesen und Tafelschrciben aus einem guten Lesebuch,Memorircn von Sprüchen, Liederverscn, Katechismus), und daß hinsichtlich des Maßesdie häuslichen Verhältnisse der Schüler (die Schwierigkeit, ein Plätzchen zu ungestörtemArbeiten, im Winter mit Beleuchtung, auszumitteln u. dgl.) berücksichtigt werden, dieAufgaben also zwar täglich wiederkchren, aber von sehr geringem Umfang seien, sodaß nötigenfalls die von den häuslichen Beschäftigungen abfallenden Zeitbrocken zuderen Lösung ausreichen; eine gute Arbeit, sagt Bormann, ist mehr Werth, alszehn schlechte. In Bezug auf die Beschaffenheit der Aufgaben stellt G. (S. 44, ff.)als Hauptgrundsatz auf, der Lehrer dürfe nie (für Schule oder Haus) eine Aufgabestellen, die nicht so vorbereitet sei, daß sie von allen Kindern (ohne fremde Hülfe)fast gut gelöst werden könne; das Mangelhafte soll er streng zurückweisen, aberauch verbessern lehren; auf diesem Wege lasse sich erfahrungsgemäß eine für die Fort-schritte im Lernen und für das sittliche Leben höchst wichtige feste Gewöhnung anAchtsamkeit, Sorgfalt und gewissenhafte Zeitbenützung herbeiführen und der Lehrer«rfahre dann erst, welch eine Lern- und Arbeitslust und welche Kräfte in den Kindernwohnen. Die Beurtheilung der Arbeiten, verlangt Bormann, soll der Lehrer in«iner auch den Eltern, den Zeugen derselben, erkennbaren Weise vollziehen und zwarmit solcher Schrift, daß er damit nicht sich selbst ein schlechtes Zeugnis ausstelle.Vgl. Curtmau, Lehrb. d. Erz. Ausl. 6. II. §. 11. 12.

Aufklärung. Dieses Wort tritt vornehmlich seit etwa 1760 als ein Schibolcthderer hervor, die auf der Höhe einer neuen Zeit stehen wollten, nachdem die Sachesich in Deutschland zuerst durch den Professor in Halle, Christian Thomasius, geb.1655, s 1728, mit seiner Opposition gegen die Hexcnprocesse und gegen die Hem-mungen, die die herrschende Orthodoxie jeder freieren Forschung in den Weg legte,sowie mit seinem Dringen auf Gründung des positiven Rechtes aufs Naturrecht Bahngebrochen hatte. Die Aufklärung, in ihren ersten Stadien als ein Wunderlicht an-gestaunt, welches das Dunkel in aller Welt vertreiben, und als eine Zauberkraft ge-priesen, welche die alte Erde wieder ewig jung machen werde, blühte indes nur etwa2 Menschenalter lang; nach 30 Jahren erbleichte der Komet sichtlich, nach wieder 30Jahren war er nur noch ein glimmender Docht, und endlich hat die ganze HerrlichkeitProfessor Leo in Halle mit Erfindung des sarkastischen NamensAufkläricht" (nachAnalogie vonKehricht" u. dgl.) förmlich zu Grabe getragen.

Doch ob auch der Name fort ist, die Art ist nicht ausgestorben. Der Dcutsch-latholicismus, die Lichtfreunde und Freigemeindcn, die radicale Pädagogik unsererZeit, auch der Materialismus unserer Naturforscher und Volksbeglücker bis zur Tisch-klopferei herab ist nichts als eine neue Auflage jener Aufklärung. Diese hat einzähes Leben, denn sie ist die Weisheit des allem transcendenten abgeneigten, PlattenVerstandes, der darum gegen Religion, Poesie und Geschichte sich gleich negativ ver-hält und sein Paradies lediglich in dem sucht, was ganz unmittelbar vor Augenliegt, wenn er auch für eine große, lichte Zukunft zu schwärmen vorgicbt. So ge-recht aber das Gericht ist, das die Zeit über einen Nicolai, Bahrdt und Genoffenund deren Bestrebungen und Erfolge gehalten, so mäßen wir der Wahrheit zurSteuer doch ebenso gewiß bekennen, daß, wie die Idee der Aufklärung eine in sichberechtigte ist, so auch derjenigen Zeit, welche von dieser Idee vorzugsweise bewegt war,vom historischen Gcstchtspuncte betrachtet, trotz allem Unheil, das sie angerichtct,ihre uothwendige Stelle im Gange der Geschichte zukommt. Eine Zeit, aus welcherdie größten Heroen deutscher Literatur und Kunst hervorgegangen sind, darf man,wenn nian nicht ebenso oberflächlich mit der Geschichte umgehen will, wie es die Aus-