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Aberglaube.
Abhörcn.
der oberflächlichen Aufklärung, sondern dem Gotteslicht, das Glauben und Wandeldurchleucbtet und das belehrende Wort im Munde des Erziehers bekräftigt.
Abfragen s. Fragen und Antworten.
Abgangszeugnis s. Entlassung, Schulzeugnisse.
Abhärtung s. Körperliche Erziehung.
Abhören, das, ist diejenige Thätigkeit des Lehrers, bei welcher er die Schülerdas, was sie ;u memorireu hatten, hersagen (rccitiren) läßt, um zu sehen, wie sieihre Schuldigkeit gclhan haben. Tiefes Geschäft scheint zwar eine sehr leichte Sachezu sein, weshalb eS hin und wieder auch vorgerückteren Schülern (Monitoren) über-tragen wird, und däuckt manchem langweilig und gcisttödtend, verdient aber richtigangesehen alle Sorgfalt und kann richtig behandelt zu reichem Segen werden.Tenn die Erreichung sowohl des formalen als auch des materialen Zweckes derMemorirübungen hängt großcntheilö von der richtigen Behandlung des Ab-,Hörens ab.
Zu dieser gehört zuerst, daß immer die festgesetzte Zeit für dasselbe eingehaltcnwerde, damir das Werk in seinem gleichmäßigen Gange bleibt; jüngere Schüler solltenin der Woche wenigstens zweimal abgehört, bei älteren das Abhören nicht über eineWoche hinausgeschcbcn werden. Bei diesem Abhörcn darf kein Schüler über-gangen werden; der Lehrer muß sich überzeugen, daß jeder seine Aufgabe voll-ständig und pünctlich gelernt habe. Dazu ist aber nicht eben nöthig, daß man jedenalles von Anfang bis zu Ende hersagen lasse, was eben so zeitraubend als ermüdendwäre; vielmehr kann man immerhin den einzelnen Schüler nur einen Theil der Auf-gabe hersagen lassen, dock sind die der Trägheit Verdächtigen mehr in Anspruch zunehmen als die notorisch Fleißigen; auch darf man nicht immer in der gewöhnlichenReihenfolge hersagen lassen, sondern muß je und je außer der Ordnung aufrnfcn.Alles Einblasen muß verpönt sein; den Einbläser sollte man die ganze Aufgabe sogleichvollständig hersagen heißen. Sodann ist darauf zu sehen, daß kein Wort, keineSilbe weggelassen, geändert, versetzt werde, weil sonst der Sinn des Textesleicht wesentlich, oft mehr als der Lehrer vcrmuthet, in der Seele des Schülers geändertwerden könnte, und ebenso darauf, daß die Schüler alle Strophen, Fragen, Sätze rc.in der rechten Ordnung selber aufangen können. Von besonderem Wcrtheist cs, daraus zu sehen, daß die Schüler alles langsam, deutlich und mit guterBetonung vortragen; denn nur so kann der Lehrer sich überzeugen, daß die Schülersorgfältig memorirt haben und den Inhalt, so weit es möglich und nöthig ist, ver-stehen. Dazu ist aber erforderlich, daß der Lehrer den Memorirstoff zuvor erklärtund den Schülern richtig vorlieSt. Aus dem Bisherigen geht zur Genüge hervor,daß es nicht tau gl, durch Schüler ab hören zu lassen; denn diese sind seltenso genau und umsichtig wie der Lehrer, leichter zu betrügen, selten im Stande, aufguten Vortrag zu halten und das Verständnis zu berichtigen, selten über alle Partei-lichkeit erhaben, wenigstens bei den als unsleißig notirten Schülern häufig im Ver-dachte derselben. — Bei denjenigen Schülern, welche ihre Aufgabe können, bedarf cskeines besonderen Lobes, sie könnten nur dadurch eitel, wohl auch nachlässigwerden; cs genügt, daß der Lchülcr den Lehrer zufrieden sehe. Schwieriger aber istdie Behandlung derjenigen, welche bei dem Abhören nicht bestanden sind. Esgehört manchmal nicht wenig Umsicht und Einsicht dazu, zu entscheiden, ob cs bei demEinzelnen mehr an dem Willen oder an der Kraft oder an der Zeit und Gelegenheitoder an dem rechten Verfahren oder an allem zusammen gefehlt hat. Darnach hatsich die Behandlung dieser Schüler zu richten, und cS ist Sache der LehrerwciSheit,in den einzelnen Fällen zu wählen zwischen mündlichem Verweise, körperlicher Züch-tigung. Zurückbehalten im Schulzimmer, Vermehrung der Aufgabe oder Anordnungeiner Nachhülfc n. s. w. Wo die Ltunde des Abhörens eine bloße Prügelstunde ist,da geht die Lust am Memorireu, die Freude am Memcrirstcffe und die Liebe zu demLehrer verloren. Um die rechte Lust und den rechten Eifer zu Wecken, sollte derLehrer vor allem die Kinder fühlen und erfahren lassen, wie wichtig ihm selbst derMemorirstoff ist, und eS wäre gut, wenn er ihnen hie und da zeigen könnte, wie erselber ihren Memorirstoff wörtlich iuue habe und ohne Buch ihn zu benützen imStande sei. Er sollte ferner den Schülern es zeigen, wie sie cs am leichtesten und