Druckschrift 
9/10 (1845)
Entstehung
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die etwas verlieren und dieses Etwas unter dem Nachfol-ger nickt wieder zu finden fürchten.

Diese Trauer, das Schluchzen, die Worte von Ca-Iharina, die finstern und majestätischen Zubereitungenbei den letzten Augenblicken eines Königs, rer Anblickdieses Königs selbst, welcher von einer Krankheit befallenwar, von der die Wissenschaft damals noch kein Bei-spiel gehabt batte, brachten auf den noch jungen undfolglich für Eindrücke empfänglichen Geist von Heinricheine so furchtbare Wirkung hervor, daß er, obgleich ent-schlossen, bei Karl keine neue Unruhe über seinen Zu-stand zu veranlassen, wie gesagt, unfähig war, dasGefühl des Schreckens z»,rückzui>rängen, das sich aufseinem Gestchle ausprägte, als er den König ganz vonBlut triefend erblickte,

Karl lächelte traurig; den Sterbenden entgeht keinEindruck bei ihrer Umgebung.

Kommt hiehcr, Heurlotsagte er, seinem Schwa-ger die Hand reichend, mit einer Weichheit der Stimme,welche Heinrich bis dahin nie bei ihm wahrgenommcuhatte.Kommt, denn es würde mir wehe tbun. Euchnicht zu scheu; ick habe Euch in meinem Leben vielgeplagt, mein armer streund, und glaubt mir, ich machees mir jetzt zum Vorwurf. Zuweilen habe ich denjeni-gen , welche Euch verfolgten, die Hände gereicht; aberein König ist nicht Herr der Ereignisse, und außer mei-ner Mutter Calharina, außer meinem Bruder Anjou,außer meinem Bruder Alenqon, hatte ich über mir wäh-rend meines Lebens etwas Beengendes, was von demTage, wo ich den Tod berühre, aufhört: die StaatS-raison."

Sire," stammelte Heinrich, »ich erinnere mich annichts mehr, als an die Liebe,- die ich stets für meinenSchwager hegte, und an die Achtung, welche ich stetsfür meinen König gehabt habe."

»Ja, ja, Du hast Neckt," sagte Karl,und ichbi» Dir dankbar, daß Dn so sprichst, Henriot; denn