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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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ausnchme, wenn sie auf einer ganz ebenen Fläche cmporstcigc und vomFuße bis zum Scheitel allcrwärts sichtbar sei. Die Alten dachten nicht so,und auch hierin hatten sie ganz gewiß Recht, wenigstens soweit es sich umMonumente von kolossalen Dimensionen handelt. Um Größen und Höhenzu messen, bedarf man eines Maßstabes und zwar eines solchen, wie erim gewöhnlichen Leben üblich ist. Deshalb erscheint z. B. die Pctcrs-kirchc in Rom wahrhaft klein im Verhältnisse zu den Ungeheuern Mitteln,

welche darauf gewendet sind, weil Alles rings umher und an ihr nach

einem und demselben großen Maßstabe angelegt ist; cs ist, als ob man

durch ein Vergrößerungsglas schaue und man könnte wohl auf den Ge-

danken kommen, daß man selbst über Nacht mitgcwachsen wäre, wenn manAlles rings umher mit 2 oder 3 multiplicirt sicht. Eine Kathedrale sollauch kein Schaustück sein, keine Prachtschüsscl, wenigstens zunächst soll siedas nicht sein; eine Kathedrale soll das Bild des Pelikans unter seinenJungen darbictcn, sie soll als eine Mutter erscheinen, um welche sich dieKinder des verschiedensten Alters und Wuchses drängen, und zwar in freierUnwillkürlichkeit, in malerischer Unordnung, nicht in commandirtcr Wacht-Paradcn-Symmctrie.

Ein Dom ist nicht das Werk eines Jahrzehents oder einer Generation,sondern ein Werk der Jahrhunderte, deren Niederschlag sich gleichsam schich-tenweise zu seinen Füßen ablagert und eine Art Nilmcsscr für seine Ver-gangenheit bildet. Alles, was einem Monumente und zwar gilt diesauch von Monumenten untergeordneter Art dieses historische Geprägezu rauben geeignet ist, muß, soweit nicht die äußerste Noch dazu drängt,von demselben ferne gehalten werden.

Nicht bloS die Dome, auch alle Kloster- und Stiftskirchen waren mitihren Umgebungen und Appcrtinenzicn durch Th o re von der übrigen Stadtabgeschlossen; die Meisten derselben sind den Vcrschöncrungscommissionenzum Opfer gefallen. Fand doch selbst jenes weltgeschichtliche Thor, durchwelches so viele Kaiser und Könige in das Münster Karls des Großengezogen sind, keine Gnade vor den Augen eines aufgeklärten Philistertums,während in Köln das Stadtbauamt sich den technischen Ausdruck:Frei-stellen der Kirchen" gebildet hat, um damit alle die Zerstörungen in derenNähe gewissermaßen als einen Act der Freisinnigkcit und also desFort-schrittes" desto populärer erscheinen zu lassen. In der Regel erfolgen solcheFreistellungen" nicht einmal, um Pappeln oder Kugclakazicn an die Stellevon Krcuzgängcn und Capellen treten zu lassen, sondern um den Bodendurch die Anlage von Privatwohnungcn möglichst rentbar zu machen.Leider gehen in dieser Hinsicht die Kirchenvorstände mit den Stadtmagistra-tcn nicht selten Hand in Hand; kommt es doch sogar vor, daß Krypten,