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behörs ist eine zi'cmli'chc Aufgabe, falls es in der gehörigen Weise geschiehtund nicht so, daß blos da gefegt wird, wo Aller Blicke hinfallcn, währendin den Winkeln, unter den Bänken und in allen Höhlungen der Kehrichtoder der Staub sich aufsaminclt, die Spinnen ganz ungestört ihre Netzespannen und dem Flicgcnfang obliegen, oder außen herum das Unkraut anden Wänden wuchert und die Wasserabzüge verstopft sind. Die Sorge fürdie Leinewand ist kaum geringer anzuschlagcn, indem nicht blos aufReinlichkeit, sondern auch auf zweckmäßige Abwechselung und gehörige Auf-bewahrung zu achten ist. Dazu die festliche Ausstattung der Kirche anFeiertagen, besonders mit frischen Blumen, und, wenn endlich noch Stun-den übrig bleiben, das Reinigen der ursprünglich bemalten Wände, derMöbel und Monumente von der Tünche oder den Oclfarben, womit die-selben fast ausnahmslos beklebt sind. Diese Arbeit ist natürlich nur ineiner alten Kirche, um deswillen aber stets mit großer Vorsicht zu verrich-ten, damit nicht die bis dahin blos verdeckten Formen für immer vernichtet,oder doch erheblich beschädigt werden. Zu diesen und ähnlichen positivenPflichten gesellt sich die nicht minder wichtige negative, weder in eignerPerson noch durch Dritte das Inventar der Kirche zu schmä-lern. Unter der Bezeichnung: „alter Plunder" ist von den Engländernund Juden bereits so viel Kostbares aus unseren Kirchen weggeschlcpptworden, daß cö wahrlich hohe Zeit ist, dem Unfugc Einhalt zu thun. DieKüster dienen bei derartigen Geschäften gewöhnlich als Mittelspersonen, so-fern sie nicht das „Säcularisircn" ausschließlich auf eigene Hand betreiben.Ich kann Kirchen namhaft machen, worin z. B. alle metallenen Epitha-phiumsplatten in solcher Weise dem Verkehr übergeben worden sind, in an-deren die alten Spitzen, die Chorbücher, kurz Kunstwerke aller Art, bis zuden gemalten Fenstern hinauf. In mehr als einer neu eingerichteten KircheEnglands habe ich, mehr beschämt als erfreut, solche Dinge wieder auftauchenund zu Ehren kommen sehen, welche man bei uns zu Lande als unnützenKram über Bord geworfen hatte. In alter Zeit wurde bei jedem Dienst-antritte eines Küster zwischen ihm, dem Pfarrer und dein Kirchenvorstand-ein förmliches amtliches Inventar über alles bewegliche Zubehör der Kircheausgenommen und von Zeit zu Zeit contradictorisch rcvidirt. Man thutwohl daran, diesen Brauch wieder cinzuführen und bei den Revisionen mitmöglichster Strenge zu verfahren. ES handelt sich um anvcrtrautes, Gottgeweihtes Gut! — Das Inventar würde etwa folgende Rubriken zu ent-halten haben: 1) Gold- und Silberwerk, unter Angabe des genauen Ge-wichtes bei jedem Stücke, 2) Kupferwerk, 3) Zinnwerk, 4) Eisenwerk,5) Holzwcrk, 6) Bücher und Manuskripte, 7) Paramente, nach den Farbenaufzuführcn, 8) Leinenzeug, Spitzen, Heiligenklcider, 9) Altarvorhänge