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jcdcm Bedürfnisse von ihr entsprochen werden kann. Schon jetzt sind wirAufgaben gewachsen, an deren Lösung vor zwanzig Jahren Niemand ge-dacht hat; mit Gottes Hülfe und gutem ausdauernden Willen wird csgelingen, weiter zu kommen und den Alten cs nicht blos nach-, sondernselbst vorzuthun. Das vorstehend empfohlene.Verfahren wird voraussicht-lich vielfach Anstoß erregen. Die Augen sind einmal durch die allcrwärtsherrschende Eintönigkeit, namentlich durch den wohlfeilen Schimmer derOclfarbc stumpf geworden; der Sinn für strenge Tinten, für das feine Spielder Zufälligkeiten und die zarten Abstufungen in Licht und Schatten ist fastgänzlich abhanden gekommen; man verlangt eben nur eine momentane Be-friedigung; man will nicht zum Nachdenken aufgcfordcrt sein; je nichts-sagender die Oberfläche ist, auf welche der Blick fällt, je weniger eine irgendtiefer gehende Erregung dadurch veranlaßt wird, desto wohliger ist derMenge, die allcrwärts am liebsten sich selbst im Spiegel sieht, dabei zuMuthc.
Diejenigen, welche etwa aus der Kostspieligkeit der Bemalung vonKirchen in mittelalterlicher Art einen Einwurf herzuholcn geneigt sein soll-ten, sind im Jrrthume. Nur die moderne Behandlungsart, welche dieStaffclcimalcrci auf die Wände überträgt und dieselben durch dramatische- Darstellung zu beleben versucht, hat cs zu verantworten, wenn in der frag-lichen Beziehung allerdings nicdcrschlagcndc Erfahrungen gemacht wordensind. Uebcrhaupt Pflegt man heutzutage inehr den Künstler, als die Kunstzu bezahlen, und zwar Erstcre nicht selten nach den Prciscourantcn derSängerinnen und Tänzerinnen. Die Alten behandelten die Sache ganzanspruchslos handwerksmäßig; cs war mehr auf eine allgemeine Wir-kung abgesehen, auf eine Hebung des Totalcindruckcs des Bauwerkes, alsauf eine vollendete Darstellung im Einzelnen. Man bediente sich ganzer,voller, satter Farben, besonders des Roth und Blau, und schmolz dieselbengleichsam durch das Gold, welches reichlich angewcndct wurde, zusammen.Bei den überaus einfachen Figuren herrschte die Zeichnung entschieden vor;die Farben wurden kunstlos in breiten, gleichmäßigen Massen aufgctragenund meist mit architektonischen Einrahmungen versehen; überall gab sich derornamentale Zweck zu erkennen. So blieb denn auch die Ruhe undEinheit des Baues bei allem Farbenglanzc unbeeinträchtigt, während dieBravourstücke unserer Maler cs den Kirchcnbesuchern kaum gestatten, sich vorGott zu sammeln. Es thut dringend noth, daß die alten kirchlichen Wand-malereien ausgesucht, studirt und in weitere Kreise gebracht werden, jedochwohlgcmerkt, nicht zu dem Zwecke, damit man durch Nachbildung dersel-ben oder etwa sogar vorzugsweise desjenigen, was fehlerhaft in ihnenist, künstliche, glcißncrische Antiquitäten in die Welt setze, sondern damitr. Nufl, 4