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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
Seite
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zu Hülfe gekommen werden muß, wie solches denn auch bei den großenenglischen Kirchen fast ausnahmslos der Fall ist. Am zweckmäßigsten, be-sonders wenn man die Unterhaltungskosten in Betracht zieht, ist cs, denHelm ganz aus Stein aufzuführen; aber freilich, eine solche Constructionist nicht ganz leicht, weshalb cs denn auch der großen Mehrzahl unsererBaumeister an Gegengründcn nicht mangeln wird, wenn dicZumuthung ansie ergehen sollte. Sodann möchte ich auch noch ein gutes Wort für denalthergebrachten Hahn auf dem Thurmkrcuzc, den treuen Wächter undzugleich Erwccker aus dem Schlafe der Sünde cinlcgen, der jedenfalls etwasmehr bedeutet, als die vergoldeten Kugeln oder die Pickelhauben-Spitzcn oderwas sonst die Neuzeit an ihre Stelle zu setzen pflegt. Dahingegen rathc ichim Allgemeinen von den Thurmuh re n ab, deren Zifferblätter außen sichtbarwerden. Letztere sind höchst störend für die Architektur, ja geradezu häßlich.Da jetzt fast jeder Handwcrksbursche eine Taschenuhr besitzt, so haben dieKirchcnuhrcn' aufgehört, ein Bedürfnis; zu sein. Früher als ein solchesnoch bestand, errichtete man im Innern der Kirche jene Pracht-Uhren, diethcilwcisc noch jetzt die allgemeine Bewunderung in Anspruch nehmen.Im klebrigen verkenne ich nicht, daß unter Umständen eine auswärts ander Kirche angebrachte Uhr ein wahrhaftes Bedürfnis; sein kann, nament-lich auf dem Lande, wo kein RathhauS in dieser Beziehung cintritt, ja,daß cs selbst der tieferen Bedeutung nicht entbehrt, wenn solchergestaltdie Kirche gleichsam als alles Zeitliche regulircnd erscheint. Welches Ge-wicht aber auch diesen Rücksichten inncwohncn mag, immer kann und sollman dafür Sorge tragen, daß nicht ein ungeschlachtes Zifferblatt störendin die architektonische Entwickelung eingreift.

Eine weitere Ungclegcnhcit bei Neubauten Pflegen die Sacristcicnzu bereiten, da der ästhetische Katechismus unserer Gebildeten alle Anbautenproscribirt und nichts für schön gelten läßt., als was auf der einen Seitegenau so auösieht, wie auf der anderen. Demzufolge hat sich denn wohldie Praris gebildet, die Sacristeicn hinter dem Altäre oder am Schluffe einesSeitenschiffes anzubringcn. ES möchte indcß nützlich sein, auch in dieserHinsicht cs beim Alten zu belassen und die Sacristei als besonderen Bauan die Nordscite des Chores anzulehncn, in stylistischcr Hinsicht aber sicdie Mitte zwischen kirchlicher iznd profaner Architektur halten zu lassen.Solche und ähnliche Anbauten geben meines Erachtens, indem sie diestarre Symmetrie brechen, dem Ganzen einen malerischen Reiz und cswerden dadurch überdies die aufstrebenden Linien um so entschiedenermarkirt.

Zum Schluffe dieses Kapitels noch ein vorläufiges Wort der Warnung vorder Unsitte der Bekleidungen, Verblendungen und sog. Putzarbcitcn. All solches