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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
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der That, wem: inan die große Mehrzahl unserer Bauten in neugothischcinStyle betrachtet, die Abneigung gegen diesen Styl sich ganz wohl erklärt.

Kühnere akademische Baumeister bilden wohl gar die Gothik in der Artfort, daß sie, statt spitzbogiger, flachbogige Fenster machen, deren Psostcn-werk dann weiter, im Geiste der Neuzeit, von Stuckmasse, die Krönungenaus reinem Gypö hcrzustellcir, zu verankern und endlich, zum Zwecke derSchönheit und Solidität, mit Wachsscifc zu überziehen sind. Ich habeeinen derartigen, von . einem königlichen Bauinspcctor hcrrührendcn Planmit eigene:: Augen gesehen. In: Kostenanschlag spielt u. A. derwasser-feste Kitt" eine Hauptrolle; desgleichen fanden sich darin nicht unansehnlichePosten für Wachs so wie für Steinkohlen, um die gedachteWachsscifc"zu kochen u. s. w. Es ist kaum zu bezweifeln, daß diese neueste Enkaustikdie Runde um die Welt machen wird. Die katholischen Kirchen abermöge man mit der Errungenschaft verschonen!

Allein die Gothik selbst hat wieder manchfache Spielarten aufzuweiscn,welche soll uns zunächst als Muster dienen? Ich antworte unbedenklich:der edle, ernste, kerngesunde Styl des dreizehnten Jahrhun-derts, ohne indeß darum den Hcrvorbringungcn der nächstfolgenden Jahr-hunderte die Mustergültigkeit absprechen zu wollen; in.mancher, z. B. indekorativer Beziehung gebührt letzteren nicht selten sogar entschieden derVorrang. Ich lege vorzüglich Gewicht auf die Einfachheit und Klarheitder Frühgothik. Ihr Hauptrciz liegt in den Grundformen und derHarmonie der Verhältnisse; cS fordert dieselbe daher zwar einentüchtigen Meister mit feinem Auge, aber keine sonderlich ausgebildcten Tech-niker, die zur Zeit noch sehr selten und thcuer sind. Auch alles Neben-'werk, wie Fenster, Altäre, Stühle kann einfacher gehalten und daher ohneallzu großen Kostenaufwand beschafft werden.

Manchem' mag eS freilich erwünschter sein, wenn er seine Geistes-armut!) unter allerhand, aufö Ungefähr hin eopirtcs gothisehcö Blumen- undSchnvrkclwcrk aus der Zeit des Verfalles verbergen kann; allein das ändertnichts an der Sache. Kanu: etwas Anderes stellt sich überdies der Wieder-aufnahme der in Rede stehenden Stylgattung so hindernd in den Weg, alsdas so verbreitete Vorurthcil, daß die Schönheit derselben in dem Orna-mente beruhe, welches allerdings, namentlich bei den Bauwerken des15. Jahrhunderts, oft in verschwenderischer Fülle deren Bildungen über-wuchert. Ist inan erst wieder einmal deS Einfachei: vollkommen Meister,so mag inan dreist zum Künstlicheren übergehen und nur vor den: Vcrkün-stcltcn auf der Hut sein; ja man mag sogar dem Style des Mittelaltersein neues Bett graben, wenn man nur erst, wie gesagt, durch die Thatbewiesen hat, daß man seine Formcnwclt beherrscht. Damit hat cs aber