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Fingerzeige auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst
Entstehung
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Art und Weise gewacht, in welcher ihre Heilmittel gespendet, ihre Myste-rien gefeiert werden; allcrwärtS zeichnete sic Maas und Regel vor. Sicwußte dabei aber stets jenes Ertrcin zu meiden, welches z. B. im schisma-tischen Rußland zu mumienhafter Verknöcherung geführt hat, indem sie deinWechsel der Zeiten, den örtlichen Verhältnissen und der individuellen Frei-heit so viel Spielraum ließ, als nur immer die Integrität des Glaubensund das innere Wesen der christlichen Gottcsvcrchrung gestatteten (in ne-cossarim unito8, in elnlnis^liliortas"). Es durste die Kirche erwarten, daßunter dein Einflüsse ihrer Lehren die Freiheit mehr und mehr in den Dienstder Wahrheit treten und sich nach den obersten Principien oricntircn werde.In diesem Sinne hat sie denn auch den kunstbildcnden Trieb im Menschenunter ihre Obhut genommen. Wie keine Religion ohne CultuS, so keinCultus ,ohnc eine gewisse Wechselbeziehung zur Kunst, ja der Kultus istgewissermaßen schon ein Kunstwerk, insofern er den zum Grunde liegendenIdeen Gestalt und Ausdruck verleiht.

Die Geschichte jener Kunst ist darum von tiefer Bedeutung; sie mar-kirt, sozusagen, die Pulsschläge dcS kirchlichen Lebens. Schon ein flüchtigerBlick auf ihren Verlaus genügt, um sich hiervon zu überzeugen.

Durch einen, immer weitere Kreise ziehenden Proccß ist die heidnische Antikeim Geiste dcS Christcnthums umgebildet, das diesem Geiste nicht Entsprechendeausgcschicdcn worden. Insbesondere waren cS die Mönche, welche die Ge-gensätze der alten und der neuen Weltanschauung auflöstcn, um sic derhöheren Einheit untcrzuordncn. Aus den Klöstern wanderte daraus dieKunst in die Burgen und Städte. Wenngleich sic solchergestalt mehr Laicn-gut ward und aus dem Gcsainmtgciste des Volkes ihre Nahrung sog, dessenhervorstrcbcndc Kraft sic hinwiederum zur Tugend befruchtete immer tru-gen alle ihre Hervorbringungcn den Stempel ihres Ursprungs an sich, wiedenn auch die Bauhütten bis zu ihrem Untergange durch ihre Organisationund ihre Gebräuche, überhaupt durch ihr gesummtes Leben, am meisten aberdurch ihre Werke, den Zusammenhang mit der Kirche bekundeten. Wie sich ausden Domschulen die Universitäten entwickelten, so erwuchsen aus den klö-sterlichen Bauhütten die Niescnkathcdralcn, welche unsere Städte überragen.Alle Künste klangen hier in Einem Accordc zusammen, wogegen draußen derWiderhall in den verschiedenartigsten Intervallen und Brechungen sich ver-nehmen ließ. Uebcrall gestaltete sich das durchhcrrschcndc Allgemeine zugesunden, lebensvollen Individualitäten; cs war eine Art Universalsprachcvon unendlicher Bildungsfähigkcit, die sich je nach den Völkern und Zeiten,zu den verschiedenartigsten Dialekten gestaltete.

Es ist lehrreich und wichtig, namentlich zum Zweck der Diagnose und Be-handlung unserer heutigen Krankhcitszuständc, zu sehen, wie das Alles anders