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Wurzeln der Einen saugen im Himmclsäthcr, die der Anderen in der Erdcn-nacht ihre Nahrung. Wolle man die Gegensätze nicht abzuschwächen undzu verwischen suchen; wolle man nicht Grau in Grau, statt in vollen, festenFarben malen, wie cs der rationalistische Eklckticiömus versucht, nachdemcS das öffentliche Gehcimniß geworden, daß die Tiefe der, schlechthin aufeigenen Füßen stehenden „souveränen" Philosophie im Grunde nichts ist,als — der Abgrund des Nichts.
Es ist nichts Neues — die Männer der „modernen Weltanschauung"mögen sich das nicht Unbilden — und es wird immerdar so bleiben, daßein Thcil cs für die höchste Weisheit erachtet, den Llick unausgesetzt auf dieErde zu heften und die göttliche Kunst und Wissenschaft als Tand und Aber-glauben von sich abzuwcisen.*) Dem gegenüber steht der religiöse Geist, ins-besondere der Geist des Katholicismus, der in Gott das Princip unv Endzielaller Dinge erblickt, der das Sichtbare mit dein Unsichtbaren, die Interessender Erde mit denen des Himmels, den Willen der Menschen mit dem gött-lichen Wollen, die Ordnungen der Natur mit der göttlichen Ordnung inVerbindung und Einklang zu bringen sich bestrebt. Die Zukunft, auch derKunst, beruht in dem Walten dieses Geistes; er ist ihr LebcnSathcm; kei-nerlei Surrogat wird denselben jemals ersetzen können.
*) „Oculos suos slsluernot äecliimro ja terrom" ps. XVI; „Mxerunt Oxo: receäe Lliodis, Scienliom riorum tuorum volumus!" lob. XXI. 14.
Berlin, im März 1855.
A. R.