Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
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die ich beständig für ihn hegte, und die der einzige versöh-nende und milde Antheil meiner Natur ist. Wer jedochkann wissen und beschreiben was ein Anderer fühlt? Ichselbst wußte erst was ich fühlte, als der Tod zwischen ihnund mich trat."

„Seitdem ich Ihr Werk gelesen habe, verfolgt michrastlos der Gedanke an die Seltsamkeit, daß ich den Ver-lust Godolphins überlebte, daß die starren Fibern meinesHerzens nicht längst erschlafften, daß ich lebe — und in-mitten der großen Welt lebe! Doch ach! nicht leb' ichals Eine von dieser Welt, und dies Bewnßtscpn hältmich aufrecht auf der öden, ärmlichen Lebensbahn. Aus-geschlossen fortan und für immer von allen zarteren Ge-fühlen meines Geschlechts; ohne Mutter und Gemahl,ohne Kind und Freund und Liebe, erhalte ich mich durchden Glauben aufrecht, daß ich das Wenige vollsührte, wasmein Geschlecht zu der großen Umwandlung mitbewirkenkonnte, die jetzt in der Welt stattfindet und sortschrettet.Mich stärkt die Zuverficht, daß früher oder später ein Zeit-punkt eintreten muß, in welchem jene großen Abstände imLeben, die nicht blos mir, sondern auch allem was ich liebteund bewunderte, so verhängnißvoll waren, die den Hohenherzlos, den Niedern servil, das Genie entweder zumFeinde der Menschheit, oder zum Opfer seiner selbst ma-chen, durch die energische Vorsätze erschlafft und edle Ge-sinnungen erstickt werden, die das Herz erkälten, die Gei-steSfähigkciten fesseln und nur der allgemeinen Entwickelungdes Mittelmäßigen und Lauen günstig sind — daß jene