Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
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so ist daö besser, als Zeit und Wandlung — besser alsGewohnbeit, welche den Menschen erschlafft, besser alsAlter, welches den Menschen erkältest O!" fuhr Godol-Phin leidenschaftlich fort, „wenn diese schmale Erdscholleder Zeit nur ein Aufaihmeusplätzchen in de», großen Erb-thcile der Unsterblichkeit wäre? warum sollten wir unsdann durch so schwankende Worte, wie Leben und Tod,täuschen? Worin liegt zwischen Beiden der Unterschied?Höchstens im Auftreten und Abgehen von einem Schau-Platze zum andern auf nuferer endlosen Laufbahn. Wiemanche Schauplätze mögen wir noch zu bcschrcitcn haben!Wir beschleunigen nur, wir beschließen nicht unsere Reise.Glaube» wir dies, Constanze, und verbannen wir jeglicheFurcht vor Trennung von einander."

Als er so redete, haftete Constanzens Blick an seinemAntlitze, und die hohe Ruhe, die ans diesem Jag, senktesich in ihre Seele und beschwichtigte ihre Unruhe. Gleichallen Idealisten mußte Godolphiu den Gedanken au Un-sterblichkeit oft erwogen haben, aber er äußerte denselbenvon jeher so selten, daß Constanze ihn nimmer von ihmals dieses erstemal hatte äußern hören, und nimmer, nim-mer hörte stc ihn wieder von ihm!

Sie gingen in das Haus; und noch immer sind dieBlattseiten des Buches bezeichnet, in welchem Constanzemit Godolphiu las, und dabei die melodischen Klänge sei-ner Tröstnngswortc erschallen hörte. Kann sie jemalswieder jene Blattsciten aufschlagcn?