Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
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dadurch eine Wirkung hervorgcbracht wurde, die durch vieleweit glänzendere »nd geräumigere gothische Gebäude nichthervvrzubringcn ist. Mit Entzücken durchwanderte Go-dolphin das Ganze und labte stch an dem Geschmack undder Feinsinnigkeit, denen er überall begegnete.

„Wie vermogtestDu dich von so vielen Einzelnheitenso genau in Kenntniß zu setzen, geliebte Constanze?"

„Freilich mußte ich die Ausführung Anderen über-lassen," sagte die Gattin, „doch sah ich zu, daß sie dienöthige Kenntniß dazu besaßen."

Der Abend war lieblich und die Ehegatten wandertenim Sommermondlicht über jene Rasenfläche, auf welcherConstanze ihren Godvlphin zum erstenmal erblickt hatte.Sie standen an dem Bache — sie blieben an ihm stehen!Auf dem Murmelschooße des Gewässers wiegte sich man-ches Wafferblümchcn; köstlich durchduftct war die Luft,Fischchcn spielten plätschernd in der Fluth — es war eineScene, wie der Poet sie uns so unnachahmlich in seinemSpiele von Oberon und den Feen beschrieb. Die Fleder-maus umkreisete die Bäume, weil das Mondlicht ihr all-zuhell war, 'ob sie nicht düsteren Raum aufsindcn könnte;und die geschäftige Mücke spielte zwischen den Blumen,oder flog aufwärts zu dem sie täuschenden Stcrngefliinmcr,gleichwie das Verlangen der Glückseligkeit uachzicht, undein dicht erstrebt, das nimmer von ihm erreicht werdensoll. Und die Sterne! wie schaueten sie mit ihren sanften,unbeschreiblichen Augen hepab auf Godvlphin, wie ehe-dem am italischen See, als er mit ihr umherstreiste, derBMwer'S Romanc. I.XXXI. 6