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5 (1840)
Entstehung
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hochgebildeten, geistreichen Mann, der für die Krankheitender Gesellschaftszimmer geboren zu sehn scheint, der zu-gleich aber unter seinem so urbanen Wesen eine genaueund tiefe Kcnntnisi der Zustände jener unglücklichen Leutenach der Mode besitzt. Zch rede hier von genauer undtiefer Kenntnis; nur verhältnißmäßtg, denn positive patho-logische Kcnntniß'ist keinem Arzte neuerer Zeit und civili-sirter Länder wirklich eigen. Keiner heilt uns, das Höchsteder Kunst besteht darin, dast der Arzt nicht tödtet! Con-stanze ließ also diesen Arzt kommen, und setzte ihn vondem unglückseligen Zustande Lucilla's, so wie von demWunsche tu Kenntnis;, den sie selber, Betreffs einer Hei-lung jener armen Gcistesvcrirrtcn, hegte. Der Arzt ver-sprach, diese zu besuchen ; that es auch gegen Nachmittag,allein Lucilla war — fort! Seltsam, starrsinnig und ge-heimnisvoll, war sie gleich einem Tranmbildc gekommen,hatte gewarnt, erschreckt, und war wieder verschwunden.Niemand wußte, wohin sie mit der Mohrin, ihrer Diene-rin, entflohen war.

Constanze ward durch die Botschaft dieser Flucht inhohem Grade bekümmert; denn schon hatte sie Lustschlössergebaut, wie Lucilla, au Geist und Körper genesen, ruhi-gen Herzens sich einer stillen und frommen Büßung hin-geben, und ihre Lebenslage friedlich verleben würde. In-zwischen tröstete die Gräfin sich mit der Hvffnung, Lucillawürde an sie schreiben und ihren Aufenthalt kund machen;allein Tag nach Tag verging, ohne daß ein Brief von derZeichendeuterin einlief.