Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
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setzte Lady Erpingham, „doch mögtc ich Dich, wiewohlohne einen bestimmten Zweck, über die Zukunft befragen.Wir Menschen alle erspähe» gern ein uns »»enthülltesDunkel, über welches Du eine Herrschaft zu haben be-hauptest."

„Deine Stimme klingt mild, aber gebieterisch,"sagte die Orakelsprccherin; „und dein Wesen gibt sich statt-lich,, wie das ciner an Höfen gebildeten Dame. Lüftedeinen Schleier, damit ich dein Gesicht sehe, und ansdessen Linien Dir das Schicksal nenne, das Dein Cha-rakter über Dich verhängt haben dürfte."

„Ach!" versetzte Constanze, „das Leben verrätst we-nige von seinen vergangenen Wahrnehmungen durch äußereZeichen. Vermagst Dn nicht durch höhere Kunst, als die,die sich ans dem Betrachte» der Gesichtszüge herleitet, dieZukunft zu enthüllen, so werde ich bleiben was ich bin,nämlich Eine, die nicht an deine Gaben glaubt."

„Stirn und Lipp' und Ange und deren gemeinsamerAusdruck sind keineswegs so lügnerisch in ihren Anzeichen,als Dn es meinen magst," antwortete die Lichbur.

„Nun dann," fiel Constanze ein, „so will ich aussolchen Anzeichen eben so gut Dein Geschick herauslcsen,als Du das mcinige mir ans meinen Mienen nennenwogtest."

Die Sibylle erschrack, und winkte ungeduldig mitder Hand von sich ab ; Lady Erpingham aber fuhr fort: —

„Trotz Deinen lichten Locken, wurdest Du unter süd-lichem Himmel geboren, und in den Täuschungen anfer-