„was würdest Du, wenn ich der Buße mich unterzöge,dann thun?"
„Ich würde bis zu ihrer höchsten Reizbarkeit, ja, biszu Schmerz und Folter die nackten Nerven jener großenGeisteskraft Dir erwecken, die Du Imagination nennst;jene Macht, die den Vorsitz bei Träumen und Visionenführt, die den Sang befeuert und in dem Herzen derMelodiecn lebt; die die Magier des Osten und die Stimmeder Pythia begeisterte; die in den Stürmen und Donner-wettern wilder Länder de» Glaubcnsbegriff an einen Gotterzeugte und den Saamen zu menschlicher Gvttcsvcreh-rung säcte; jene gewaltig herrschende Geisteskraft, dieden Dingen des Geistes Das ist, was die Gottheit demWeltall ist — die Schöpferin des Alls. Erwecken würd'ich, sag' ich, jene Macht ans ihrem GrabeSschlnmmer imHerzen, wo sic mit eingezogcnen Fittigen, und nur krampf-haft und unruhig und unansgestort liegt; und durch jeneMacht würdest Dn dann sehen und fühlen und erkennen,und durch sie allein nur Dein Daseyn haben. So würdestDn seyn, als ob Dein Leib nicht mehr Dein wäre, alsob Dn schon allgeistig, alliebcnd wärest. So würdest Dnim Leben hienicden Das schauen, was Dir erst nach demTode sichtbar seyn mögte : und so mögte, wie nach diesemErdcnlcben, Seele mit Seele verkehren, und die Vergan-genheit zurückrnfen und vor der Zeit Hinabschiffen ans dendnnkelcn Finthen des Zukünftigen. Ein kurzes, ent-schwimmendes, aber thener zu erkaufendes Vorrecht. Seyweise und bezweifle es; sey glücklich und verwirf es!"
Vulwer's Romane. I.XXXI. Z