Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
16
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daß ich Dich vcrricth, Dich verließ! Aber war cs meineSchuld? Nein, »ei»! Dennoch habe ich nicht minderversucht, es zu vergessen. Dieses armselige Umhertrci-ben — diese erkältenden Lustbarkeiten — jag' ich ihnennicht um Deinetwillen nach? und jetzt kommst Du — Du— O Gott! — schone meiner!"

Constanze fuhr betroffen und entsetzt zurück. Diesgab Aufschluß über Godvlphins zerstreute Lebensweiseund Sucht nach Vergnügungen. Hatte er wirklich gesucht,die Stacheln seines Gewissens abzustnmpfen? Und Con-stanze, hatte sic, anstatt ihn mit der Vergangenheit aus-zusohncn, ihn nicht allein gelassen im Kampfe mit bitter»Gedanken der Unruhe, in der er die Innigkeit der Verlo-renen mit dem Kallsiunc der Errungenen verglich? Con-stanze schlich in ihr Zimmer zurück, um mit ihrem Herzenzu verkehren.

„Lieber Perch," sagte sic anderen Tages zu ihm, alser gleichgültig in ihr Boudoir trat, bevor er ausritt, „ichhabe Dich um etwas zu bitten."

„Wer versagte der Lady Crpingham jemals eineBitte?"

„Du gewiß niemals, aber meine Bitte ist sehr groß."

„Sie ist gewährt."

„Laß uns den Sommer in *"shire verleben."

Godvlphins Stirn runzelte sich.

„Zn Schloß Wcndover?" fragte er nach einer Pause.

„Wir waren seit unserer Vermählung nicht dort,"versetzte Constanze ausweichend.