Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
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und innige Liebe weiß. Dieser Gedanke kam Constanzen,als sie eines Morgens allein und in jener Stimmung war,in welcher Bücher nicht zu unterhalten, Musiktlänge nichteinzulnllcn vermögen; — in der Stimmung einer schmerz-lichen Nückerinnerung, verbunden mit einem Gefühle desllnwohlscyns. lieber ihr, an der Wand ihres Licblings-zimmers hing das früher von uns beschriebene Bildnißihres Vaters, das seit längerer Zeit vvn'Schloß Wcndo-vcr hicher geschafft worden war, indem Constanze es oftanznblicken wünschte. „Ach!" dachte sie, als sie zn derhohen, geistvolle» Stirn hinanschancte, „ach, mein Vater!Dein Loos ist auch das »reinige, wenn gleich in verschiede-ner Sphäre, gewesen; — unvcrgoltcncs Mühewalten,verletzte.Liebe, vergessene Aufopferung! — ein znm Thcillrärteres Loos ward mir, denn du warst mindestens aufdeiner aufregenden und strahlenden Laufbahn in der Auf-regung und in immerwährendem Triumphe; mir jedoch,einem Weibe, das als solches vom Kampfe und Siegeausgeschlossen ward, mir blieb nichts als die undankbareArbeit, die Belohnungen hervorznrnfen, deren Anderetheilhaftig werden; nichts als kleinliche Complotte undJntrignen! Abmüdnng ohne Ehrenanözcichnnng, Dcmü-thigung ohne Rache. Dennoch bin ich in Deiner Sachethätig gewesen, mein Vater, und Du — o! könntest Duin mein Herz sehen. Du würdest billigen was ich that, undmich bemitleiden."

Als Constanze sich von dem Gemälde wcgwendete,siel ihr Blick in den Spiegel, der ihre noch immer stattliche,