78
kam. ES mangelt mir an der lieber;cngung, daß ich dasvollsühren werde, waS ich bezwecke, nnd ich sehne michnach jenem Nnhme, der ans dein fortwährenden Dankeder Menschen sich erhebt, nicht aber nach dem, der einErzeugniß ihres vorübergehenden Beifalles ist. Auch binich eitel, sehr eitel; Eitelkeit war vor einigen Jahren dievorherrschendste Neigung in mir. Ich mache nicht An-spruch, diese Schwäche zu besiegen, wohl aber sie nachmeinen Absichten zu lenke». Ich bin eitel genug, um denWunsch zu hegen, zu glänzen, doch muß der Glanz sol-chen Thaten entströmen, die ich für wirklich werthvollerachte."
„Ganz wohl," sagte Godolphin, den Wider seine»Willen das Vorgebrachte interesstrte, „allein die eine Gat-tung Ehrgeiz gleicht der anderen, in so fern sie endlo-ses Abhetzen und unaufhörliche Demüthigungen mit sichführt."
„Keineswegs," entgegnete Radclyffe; „weil, wennein Mann für das strebt, was er alT einen lobenswerthenZweck ansieht, die Reinheit seiner Absichten ihn über einMißlingen derselben tröstet; während Ihr selbstischer ehr-geiziger Mann bei seinem Mißlingen keinen Trost hat,von der äußeren Welt gedemüthigt wird, und von keinerinneren Welt weiß, bei der er Trost suchen mögte."
„O Mensch!" rief Godolphin beinahe bitter, „wiebetrügst Du doch ewig Dich selber! Hier hegt Einer Be-gierde nach Machthaberei, und nennt's Menschenliebe."
„Glauben Sie mir," sagte Radclyffe so ernst und