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Zuverläßig gewiß war es, daß geheimer und gegen-seitiger Verdruß unter dem glänzenden Loose der EhegattenWurzel schlug. Godolphin verlangte von Constanzen mehrSanftmuth, mehr Innigkeit, mehr Fügsamkeit als ihremWesen eigen war; und Constanze dagegen horte nicht auf,zu besenfzen, daß sie in Godolphin keine Sympathie fürihre Zwecke» kein Gefühl für ihren Enthusiasmus fand.Da in ihrem Treiben sich wenig Uebereinstimmendes wies,indem der Eine dem Vergnügen, die Andere dem Ehrgeizelebte, so konnte in ihrem Umgänge nichts Gemeinsamesseyn. Sie liebten einander noch, und zwar noch herzlich;sie zankten auch nicht miteinander, denn Constanze besaßein mildes und Godolphin ein edles Gcmüth; allein sieglaubten nicht mehr an viele gegenseitige Liebe, und such-ten Beide außerhalb Hauses jene Genoffenschaft und jeneZweckerfüllung, die ihnen Beiden daheim nicht zu Thetlwerden wollten.
Constanze galt außerordentlich viel bei dem regie-renden König; sie ward beständig in die engeren festlichenKreise zu Windsor eingeladen. Godolphin, der das Ge-fühl, gelangweilt zu seyn, als das grüßte aller Erdenübelansah, konnte seinen Geschmack und seine Weise nichtzu irgend einer bestimmten und genauen Lebensordnungherabdämpfen, wie ausgezeichnet der Kreis auch seynmogte, der ihm Langeweile machte. Zm Verlangen sichbelustigt zu wissen, verstand er nicht das thätige Zeitwort„belustigen" zu conjugiren. Keiner als er war so geeig-net, einen Hof zu zieren, allein weniger als irgend Einer