Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
25
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L5

War dies nicht natürlich? Frage Dich und tadle mich,wenn Dn kannst. Allmälig aber — als ich eine Schön-heit anblickte, einer Stimme lauschte, die jetzt ungleichmilder denn zuvor klang, — als ich fühlte. Du würdestmir Ersatz nicht versagen, da erstarb jenes Rachgfühl,und nach und nach lösetcn alle meine Regungen sich ineine einzige — in unbezwungene, unbezwingbare Liebeauf Und kannst Dn mich tadeln, wenn ich nun, Ver-räther an mir selber wie an Dir, zur Stelle verweilte?wenn ich viele Kämpfe zu bestehen hatte, ehe ich michzu dem Opfer entschließen kennte, das ich jetzt bringe?Ach! cs hat mich Viel gekostet gerecht zu sehn. KannstDn mich schelten, wenn ich nicht zu allen Zeiten meineWorte und Blicke zu beherrsche» Vermvgte? Ja, selbstbei unserem jüngsten Mitsammenseyn — als der Ge-danke, für immer von Dir zu scheiden, mich wie mitWahnsinn ergriff, als wir allein standen — kein Augeuns nahe war — als Tu in köstlichem Bangen Dich anmich klammertest — als Dein Hauch meine Wange be-rührte — als Dein wogendes Herz an dem meinigenichlug — als mein Arm Dich umschlungen hielt —o Himmel! kannst Du mich schelten — kann es Dichwundern, daß ich außer mir vor Entzücken war — daßGewissen, Vernunft und Alles vergessen ward — daßich nur für den Augenblick und für Dich dachte und fü hlteund lebte? Rein, Du wirst Mitleid mit schwacherMenschennatnr haben, wirst mich nicht grausam richten.

„Und weshalb wolltest Du mir die Erinnerung an