Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
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erfreut sie zu sehen; denn Lucilla war Idol Aller, die siekannten, nur nicht dessen, deß Liebe ihr Alles und Einzigesauf der Welt war.

Sein Herr, sprach der Diener, hätte einen kleinenAusflug gemacht, würde aber morgen früh hcimkehren.Lucilla erröthete von Entzücken, zu hören, daß ihr Briefeine Wirkung hervorbrachte, wie sie sie so bald nicht er-wartet hatte. Sie ging in Godvlphins inneres Zimmer,wo sich allerdings Andeutungen einer bevorstehenden Ab-reise kundgabcn. Koffer waren halb gepackt, Unordnungund Verwirrung ließen sich ringsum erblicken. Lucillasetzte sich und harrte sehnsüchtig und bebend ihres Ge-liebten. Ihre Magd, die mit ihr gekommen war, undmehr an irdische Dinge als an Liebe dachte, erbat sich Ur-laub , erhielt ihn und ging. Lucilla konnte nicht längerrasten: unruhig schritt sie in dein langen Zimmer umher,da siel ihr Blick ans ein beschriebenes Blatt, das aufeinem Scitentischchen lag. Es war ein Brief — sie über-blickte ihn mechanisch — einzelne Worte — Worte derLeidenschaft erregten ihre Aufmerksamkeit — Waren dieseWorte an sie gerichtet? Wenn nicht an sie, an wen denn,o Himmel? Wie immer gehorchte Lucilla dem Impuls desAugenblickes, und las, wie folgt:

„Constanze! Zudem ich diesen Namen hinschreibe,stürzen, o! wie viele Erinnerungen auf mich ein! Seitwie vielen Jahren ist dieser Name meinem Herzen einTalisman gewesen, der dessen Regungen nach Gefallenweckt! Du bist das erste Weib, was ich jemals liebte;