Druckschrift 
4 (1840)
Entstehung
Seite
13
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auf zum Firmaments zu blicken, und eine Muthmaßungaus der Sprache der Gestirne herzulcitcn. Vor Allemdachte Lucilla dabei, eben weil sie iu die Zukunft spähete,ihres Geliebten. Jedoch Tag nach Tag verging, und cskam kein Brief, oder es kam einer der schlimmer als keinerwar, so daß Lucilla endlich über allen Ausdruck ungedul-dig an einem Gluthfieber des Erwartens litt, und in ihrerunaussprechlichen Verlassenheit von jenem unvcrtilgbarenGefühle der Reizbarkeit ergriffen ward, das, wie ich irgend-wo gelesen habe, jener Raserei voranzugehen pflegt, welchedurch abgesonderte Kerkerhaft nicht selten bei Verbrechernerzeugt worden seyn soll.

Am Tage, an welchem sie den von mir mitgetheiltenBrief an Gvdolphin schrieb, war ihre Nervenaufregungzu einem besonders hohen Grade gestiegen. Es trieb siean, irgendwohin zu fliehen; einige Male kam ihr sogarder Gedanke, Nom wäre nicht so sehr weit, und sie konnteWohl eher als ein Brief von ihr dorthin gelangen. <Ob-gleich wir nur in jenem Briefe andcutctcn, daß LucillaGodolphins Rückkehr wünschte, hatte sie doch dies näm-liche Verlangen in allen ihren früheren Zuschriften, wie-wohl vielleicht scheuer, geäußert; allein diese Zuschriftenhatten bei Gvdolphin, als dieser mit seiner Gefahr spielte,keineswegs denselben energischen Entschluß erweckte. In-zwischen konnte Lucilla nicht mit sonderlichem Grundeerwarten, ihre jetzigen Briefe würden besseren Erfolg alsihre früheren haben, so daß sic jedenfalls keine unverzüg-liche Erfüllung ihres Flehens erwartete. Sie suchte nach