Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
128
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sic nicht sofort. Sie wendete sich zu einem von der Mengeetwas entfernten Sitze; Godolphin folgte ihr und nahmneben ihr Platz; dann erst sprach Constanze mit einigerAnstrengung: —

„Sie hörten, was gesagt worden ist, Mr. Godvlphin,und es schmerzt mich, daran zu denken, daß Sie es hörten.Wenn ich Sie beleidigte, so verzeihen Sie mir; ich bitteSie — bitte Sie aufrichtig und herzlich darum. Gottweist, wie ich selbst genug durch leere Worte und durchdie leichtfertige Meinung litt, welche diese harte Weltvon den Armen hegt; so daß ich Rene und Scham fühle,wenn ich aus ähnliche Weise irgend Jemanden — zumalaber" — und Constanzens Stimme bebte — „zumal aberSic verwunde."

Sie wendete sich bei den letzteren Worten zu Go-dvlphin, und ihre Augen schwammen in Thränen. Godol-phin war gerührt durch die Milde ihres Blickes und ihrerStimme. War wirklich er es, den die hochsinnige Con-stanze in Worten der Freundlichkeit und des Entschuldigcnsanrcdete? — er, dessen äußere Verhältnisse sie auf eineihrer so unwürdige Weise, und doch, wie seine Vernunftihm sigtc, mit so vieler Gerechtigkeit hatte beschreibenhören?

„O, Miß Vcrnon," sagte er leidenschaftlich, — „MißVernon — Constanze, — theure Constanze! darf ich Sieso nennen? Hören Sie ein einziges Wort von mir. Ichliebe Sie mit einer Innigkeit, die mir keine Worte bie-tet, sic anszusprechen. Ich kenne meine Fehler, meine