Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
129
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Armuth, meinen Unwerth; aber — aber — darf ich —darf ich Haffen?"

Und o! wie jungfräulich crröthete Constanze bei dieserEröffnung. Ihre Augen senkten sich, ihr Busen wogte-Wie sank jedes der abgerissenen Worte GodolphinS ihr tiefins Herz! Nimmer ward ein einziger Ton jener Wortevon ihr vergessen. Der Sohn mag seiner Mutter ver-gessen. die Mutter sich ihres Kindes entänßern; nimmerjedoch schwindet aus eines Mädchens Seele das Andenkenan das erste Geständniß der Liebe dessen, den fle zuerstliebt! Constanze blickte ans, sah wieder zu Boden, undblickte abermals auf: — ,.ES darf nicht sehn," sagte sieendlich; „nein! nein! Thorheit ist eö auf beiden Seiten!"

„Nicht doch! reden Sic nicht so!" flüsterte Gvdvl-phin, dessen Stimme niemals hatte rauh klinge» können.„Es mag Thorheit, mag, wenn Sie wollen, Raserei zuseyn scheinen, wenn die glänzende, allvergötterte MißVernon den Huldigungen eines so unwürdigenVerehrersGehör schenkt; indessen prüfen Sie mich — erforschenSie mich, und gestehen Sie dann — ja, nach einigenJahren werden Sie gestehen, — daß jene Thorheit einGlück gewährt, welches weit über das Glück aller Klug-heit nnd allen Ehrgeizes hinausreicht."

„Hier," antwortete Constanze, die mit ihren Ge-fühlen rang — „hier ist weder der Ort noch die Stundezu solcher Unterredung. Morgen — morgen — im Zim-mer gegen Sonnenuntergang" —

„Und wann morgen?"

Bulwer's Romane. I.XXVH.

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