Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
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„Ich fürchte," sagte Lady Erpingham, — denn mansprach von Constanzens erwarteter Ankunft, — „ich fürchte,das arme Mädchen wird unter so »icdcrschlagenden Um-ständen ganz beschämt seyn, wenn sie hier so Viele ver-sammelt erblickt."

„Wie alt ist sie?" fragte eine Schöne.

„Etwa dreizehn Jahre, glaub' ich."

„Hübsch?"

„Ich sah sie seit ihrem siebenten Jahre nicht. Da-mals versprach sie wirklich schön zu werde»; doch war sicein auffallend scheues, schweigsames Kind."

„Miß Vernon!" meldete der Zimmerlakci, und öff-nete die Flügclthüre.

Mit dem langsamen Schritte und der ruhigen Mieneeiner gesitteten Jungfrau, allein mit viel hoffärtigeremund kälterem Wesen, als Mädchen in der Regel cs zuzeigen Pflegen, schritt Constanze Vernon durch das sehrlange Zimmer, und begrüßte ihre künftige Pflegemutter.Obgleich aller Angen an ihr hafteten, crröthete sie dochnicht; obgleich die Königinnen der vornehmen Welt Lon-dons sie umgaben, waren doch ihr Gang und ihre Mienengebieterischer als Gang und Mienen Aller. Alle Anwe-senden spürten eine Gefühlsnmwandlnug, sic hatten sichauf Mitlcidsänßcrungen vorbereitet, hier lag jedoch keinFall vor, in welchem Mitleid hätte geäußert werden kön-nen. Sogar aus Lady Erpingham'ö Lippen erstarken dieWorte des SchutzverheißenS; denn Lady Erpingham, nichtConstanze, war die Beschämte.