Untergang des lateinischen Kaiserthums von Constantinopel. 44L
Thessalien ein Heer, welches den Michael Comnenus, da-2-^r.maligen Fürsten von Epirus und Beherrscher von Thessalien,so wie dessen Bundesgenossen, den Fürsten Gottfried Ville-hardouin von Achaja, und die Truppen des Königs Manfredvon Sicilien in einer entscheidenden Schlacht überwand unddas ganze Land von Thessalien eroberte"). Nachdem Mi-chael Paläologus diese wichtige Eroberung vollendet hatte,so dachte er ernstlich auf die Vertreibung der Lateiner ausConstantinopel.
Die Lage des Kaisers Balduin war mit jedem Jahrehülfloser geworden; und da die häufig eingetretenen vor-mundschaftlichen Verwaltungen während der Erledigung desThrons oder der Abwesenheit der Kaiser, wenn sie auch ge-schickten und kräftigen Händen anvertraut wurden, zur Auf-rechthaltung des kaiserlichen Ansehens und der Rechte desThrons nichts weniger als förderlich gewesen waren: sowurde Balduin in eben dem Maße verächtlich, in welchemseine Hülfsmittel sich erschöpften. Die Einkünfte der Haupt-stadt Constantinopel, seitdem das Kaiserthnm auf den Um-fang der Mauern dieser Stadt beschränkt war, genügtenum so weniger zur Bestreitung der gewöhnlichen Bedürfnissedes Kaisers, als die habsüchtigen Venetianer in dem Thei-lungsvertrage, welcher im Jahre i 2 o/p war geschlossen wor-den, selbst einen beträchtlichen Theil von Constantinopel sichVorbehalten hatten. Die Unterstützungen an Geld, welcheBalduin auf seinen Reisen nach Frankreich und England sicherwirkt hatte, so wie der Verkauf der Dornenkrone des Erlö,sers und anderer kostbaren Reliquien") aus den Schätzen derKapelle des kaiserlichen Palastes zu Constantinopel und andrer
42) Oiivanxe l>. a. O. cli. iS-lg. eil. II — IZ. 1'. I>4 — 117. cli. 24.x. 14g —i§i, x. 124. 125,
. 4z) Oucsiixo ci. <i> O. Livre IV.