440 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. KaP.XIII.
Jnnocenz des Vierten, des Königs Ludwig des Neuntenund der französischen Barone sich zu erwirken. Seine Be-mühungen wahrend seines mehrjährigen Aufenthaltes inFrankreich blieben aber ohne Erfolg, weil der König Ludwigder Neunte sowohl als ein großer Theil der französischen Baroneund Ritter damals schon mit dem Kreuze bezeichnet warenund zur Errettung des heiligen Landes sich verpflichtet hatten,und bald hernach die Blüthe der französischen Ritterschaftin Aegypten vernichtet wurde. Diese Reise hatte für denunglücklichen Kaiser nur die Wirkung, daß er sich durch fort,währende Verlegenheiten genöthigt sah, die letzten Ueber-bleibsel seiner Stammgüter zu veräußern^). Die kurzeRegierung des Kaisers Theodorus Laskaris von Nicäa, desSohns und Nachfolgers von Johannes Vatatzes, gewährtezwar dem Kaiserthume von Cvnstantinopel einige Ruhe,weil Theodorus, ein Fürst von geringen Fähigkeiten, vonder Einen Seite durch einen Krieg gegen die Bulgaren undden Fürsten von Epirus beschäftigt und von der andernSeite durch die Mvgolen, welche damals in Klcinasien ein-gebrvchcn waren, bedrängt wurde"'"). Kaum war aberBalduin aus Frankreich nach Cvnstantinopel zurückgekehrt,I-Cvr. als im Jahre 1258 nach dem Tode des Kaisers Theodorusvon Nicäa der thätige Michael Paläologus von einer Par-tey des Hofes von Nicäa zuerst zum Vormunde des minder,jährigen Kaisers Johannes Laskaris, des Sohns des Theo-dorus, ernannt und wenige Monate später mit dem kai-serlichen Purpur bekleidet wurde "). Schon im Früh-linge 1259 sandte Michael Paläologus unter der Anfüh-rung seines Bruders, des Großdomesticus Johannes, nach
39 ) riiicrnM n. 9. O. I.ivre V.vt>> 8 «9-
90) Nucanze l>. a. O. cli. >3. p. 146.
1>. 87 — 88 I4iccplioi>is Orczor. III.q. V. 1.
41) Oeorg. Lcroxol. c.ip. 76. 77.