Druckschrift 
7,1 (1832) Die Kreuzzuege des Königs Ludwig des Heiligen und der Verlust d. heiligen Landes
Entstehung
Seite
295
Einzelbild herunterladen
 

Kreuz predigten des ungarischen Meisters. 295

wurde aber, obgleich diese Kreuzfahrer noch immer behaup- 2teten, daß sie gesonnen waren, in Folge der Aufforderungder Mutter Gottes das heilige Land zu erretten, von demGrasen Simon von Leicester, welcher damals zu Bordeauxsich befand, zurückgcwiesen. Ein zweyter Hauptanführer,welcher zu Bordeaux ein Schiff sich gemielhet halte, umnach dem Morgenlande sich zu begeben, wurde von denSchiffern, als sie erfuhren, daß er ein Genosse des ruchlosenungarische» Meisters wäre, erschlagen, und sei» Leichnam indie Garoune geworfen; ein dritter kam »ach England undverführte daselbst im Anfänge durch seine Kreuzpredjgtenmehr als fünfhundert Hirten und Bauern, wurde aber baldhernach von seinen Zuhörern, welche merkten, daß er nichtsals Unsinn predigte, auf jämmerliche Weise umgebracht.Biele andere Genossen des ungarischen Meisters wurden inverschiedenen französischen Städten aufgehenkt oder aufandere Weise gelobtet; andere, als sie inne wurden, daß siedurch Thoren und Betrüger waren irre geleitet worden, be-reuten ihre Sünden, beschlossen, als Buße die Meerfahrt zuvollbringen, und nahmen aufs neue das Zeichen des Kreuzesaus den Händen rechtschaffener Priester, worauf sie nachdem heiligen Lande zu dem Könige Ludwig sich begaben.Bey Vielen fand die Meynung Glauben, daß der MeisterJakob, welcher in seinen früher» Jahren im Morgenlandegewesen war und der Sage nach damals den christlichenGlauben verläugnet und einem saracenischen Sultane gedienthatte, verrätherische Verbindungen mit den Ungläubigen unter-halten hätte und als Kreuzprediger nur in der Absicht aufgetre-ten wäre, das Volk, welches sich von ihm verführen lassenwürde, in die Hände der Feinde Christi zu überliefern; undfür diese Meynung glaubte man die Bestätigung in arabi-schen Briefen zir finden, welche nebst vielem Gelbe in dem

. Ckr.,szi.