2V2 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. IX.
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und Erscheinungen zur Rettung ihres Königs aufgefordertzu seyn, waren Hirten, Knaben, Marktschreyer, feile Dirnen,ja selbst Straßenräuber und andere Verbrecher; denn Jakobrichtete seine Ermahnung nur an das geringe Volk, indemer behauptete, daß Gott Mißfallen hätte an der Hvffahrtder französischen Ritter und dagegen den Armen und Ver-achteten im Volke die Ehre gönnen würde, das heilige Landzu erretten. Nachdem er eine beträchtliche Zahl eines sol-chen Gesindels um sich versammelt harte, so zog er überAmiens nach Paris. Einige andere Kreuzprediger, welcheebenfalls Meister sich nannten und dem ungarischen Meistersich anschlossen, trieben bald die Thorheit und den Ueber-muth noch weiter als ihr Anführer; sie maßten sich dieRechte und Geschäfte der Bischöfe an, weihten zu Parisselbst das Weihwasser, segneten und trennten Ehen nachWillkühr, ertheilten das Kreuz, entbanden von dem Ge-lübde der Meerfahrt und verübten grobe Gewaltthätigkcitengegen Geistliche und Layen. Ungeachtet solches Frevels undungeachtet der Schmähungen gegen Mönche, Weltgeistlicheund selbst den päpstlichen Stuhl, welche der Meister Jakobsowohl als seine Genossen anssprachen, und der Irrlehren,welche sie verbreiteten, gewährten die Königin Bianca undmanche angesehene Männer den ungestümen KreuzpredigernSchutz und Beystand. Die Zahl des irregeführten Volks,welches sich zu dem Meister Jakob und seinen Gehülftnsammelte, stieg bald bis zu mehr als hundert Tausenden,welche mit Schwertern, Aerten, Spießen und Dolchen be-waffnet waren; Jakob selbst ließ ein Panier, in welchemein Lamm mit einem Hahne abgebildet war, vor sich tra-gen, und seine schwärmerischen Scharen führten mit sichfünfhundert ähnliche Paniere. Im Monate Junius verließendlich Jakob mit seinem zahlreichen Anhänge die Stadt