De rat hu »gen zu Ptolemais. 269
Thaten Gelegenheit zu finden hofften; und diesen Wunschtheilte selbst auch der päpstliche Legat ^). AlS daher dieGrafen von Anjou und Poitiers und die Barone nebst demLegaten an dem bestimmten Tage wieder vor dem Königeerschienen, so hielt der Ritter Gujon Malvoisiu im Namender beyden königlichen Prinzen und der Barone felgendenVortrag: „Gnädigster Herr, eure Brüder und die hier ver-sammelten Barone haben alle obwaltenden Umstande sorg-fältig erwogen und sind der Meinung, daß ein längererAufenthalt in diesem Lande weder zu eurem eigenen nochzu eures Reiches Ruhme dienen kann; denn von zwey Tau-send und acht hundert Rittern, mit welchen ihr nach Cypernkamt, sind gegenwärtig in dieser Stadt nicht mehr als hun-dert übrig; sie ralhen euch deshalb, nach Frankreich zurück-zukehren, Geld und Mannschaft zu sammeln, und sobald eSgeschehen kann, wieder hieher zu kommen und an den Fein-den deS Glaubens, welche euch in schmählicher Gefangen-schaft gehalten haben, euch zu rachen." Da Ludwig mitdieser Erklärung sehr unzufrieden war, so forderte er seineBrüder und mehrere Barone einzeln auf, ihre Meinung zusagen; alle aber billigten die Erklärung ihres Wortführers.Der päpstliche Legat wandte sich hierauf an den Grafenvon Joppe und fragte ihn um seine Meinung, und derGraf erwiederte: „Da meine Burgen an der Granze liegenund den Angriffen der Saracenen ausgesetzt sind, so wurdeman, wenn ich dem Könige rächen wollte, zu bleiben, sol-chen Rath für eigennützig halten." Auf die Aufforderung
2Z) Aus einer Erzählung des Ioin-ville (x.gg), deren Text lückenhaftist, geht so viel hervor, dag der LegatOdo den Senesthall damals beredenwollte, sich mit ihm zu Schiffe zu be-geben, und sehr böse wurde, als Io-
inville ihm kein Gehör gab, obgleichdieser vcrstchcrt, dag er gern mit demLegaten heimgekchrt sei,» würde, wenncs Ehre und Pflicht ihm verstauet hät-ten. In dem Texte von Ducange fehltdiese Erzählung.