258 Geschichte der Krcuzzüge. Buch VIII. Kap. Vll.
oder tödtcn würde. Späterhin fragte der König denSencschall, ob er glaubte, daß es rathsam gewesen seynwürde, die Herrschaft von Aegypten, wenn sie wirklichwäre angeboten worden, anzunchmen; und als Joinvilleäußerte, daß es thöricht gewesen seyn würde, mit Leutensich einznlasscn, welche ihren Sultan ermordet hätten, soerwiederte Ludwig: „ich würde einen solchen Antrag nichtabgelehut haben."
Nachdem die Stadt Damiette den Muselmännern zu-rückgegcben worden war, und der König von Frankreich mitseinen Begleitern Aegypten verlassen hatte, so kehrten dieMamlnken mit ihren Scharen nach Kahirah zurück undhielten ihren Einzug in die Hauptstadt unter lauten Aeuße-rungcn der Freude des Volks über den Sieg, welchen Gottden Verehrern des Propheten Mohammed verliehen hatte;und arabische Dichter priesen in Lobgedichten die glänzendenThaten, durch welche die Kämpfer des Islam ihren Ruhm ver-herrlicht hatten, und verhöhnten in Spottgedichten den Königvon Frankreich wegen seines mißlungenen thörichten Ver-suchs, Aegypten zu erobern? ?).
Die ägyptischen Emire faßten aber den Beschluß, dieStadt Damiette, welche zwey Mal binnen fünfzig Jahrenvon den Kreuzfahrern erobert worden war, zu zerstören.Schon im fünften Monate nach dein Abzüge der französischenKreuzfahrer") warfen sie die Mauern von Damiette, welche
97) Ein solches Spottgedicht verfer-tigte Dschemaleddin Iahja Ebn Mat-ruh und übersandte dasselbe - durcheinen Freund dem Könige Ludwig.Aus diesem Gedichte hat Abulfedas^nir. rnosl. -r. IV. x. FI2) einigeDistichen mitgetheilt; vollständiger(und wie es scheint mit erheblichen
Abweichungen) findet sich dieses Ge-dicht bey Makrifi. Vgl. IlcineufiLxlreirs I-. 474. 475. Die saraceni-schcn Truppen kamen nach Kahirahzurück am Donnerstage y Safar 64z— 12. May I2Z2. -rlinltcäir I. c.r- 5-4-
Y8) 2m letzten Drüttheile des Mo-