Entlassung der Pilgeu ans der Gefangenschaft. 247
und seine Barone hatten es nur der Habsucht der saraceni-schen Emire, welche ihrem Antheile an dein verabredeten Lv-scgelde ungern entsagten, znzuschreiben, daß die Einwen-dung des redlichen Atabek berücksichtigt wurdeNochwahrend dieser Berathung erschien ein Saracene am Uferdes Flusses, rief den Schissern der Galeen, auf welchen diegefangenen Barone ausbewahrt wurden, einige Worte inseiner Sprache zu und machte ihnen ein Zeichen mit demTurban, welchen er von seinem Haupte nahm; worauf dieSchisser sofort die Anker lichteten und wohl eine Stundeaufwärts im Strome fuhren. Die Barone hielten sich, alsdieses geschah, für verloren ^).
Endlich gegen den Abend dieses Tages, welchen dieKreuzfahrer unter ängstlichen Besorgnissen und ohne irgend
74) Abulmahasen a. a. O. Aufeine merkwürdige Weise stimmt dieErzählung dcS Seneschalls Ioinville(l>. 78. 79) non dieser Bcratbung mitLein Berichte deS Abulmahasen zu-sammen, und eS ist offenbar, daßIoinville seine Nachricht nuS sehrguter Quelle erhielt. Ein Admiral,sagt Ioinville, offne den Emir Hi»sameddtn zu nennen, sprach: ,,meineHerren, wenn ihr mir und denen,welche meines Sinns sind, glaubenwollt, so tödtc» wir den König unddie angesehenen Leute, welche hiersind t dann haben wir vierzig JahrsRuhe, weil ihre Kinder klein sind,und wir können solches ohne Gefahrthun, da Damicltc in unfern Hände»ist." Ein anderer Saracene mit Na-men Scbreci iASSeddin, s. oben An-mcrk. sü. S. LZh) aber sagte: „wennwir auch den König tödtcn, nachdemwir schon den Sultan gelobtet haben,so wird man die Acgvpter für dieschlechtesten Leute auf der Welt dal:
teil." Hierauf erwiedsrte der erster-Emir - ,,ES ist wahr, daü wir durchden Mord des Sultans ein Verbre-chen begangen und das Gebot Mo-hammed'S übertreten haben, welchesunü befiehlt, unfern Herrn zu behü-ten wie unfern Augapfel, wie in die-sem Buche geschrieben steht." „Aber,"fuhr er fort, indem er das Blatt desBuchs, welches er in der Hand hielt,umwandte, „hier ist ein anderes Ge-bot MohammcL'S, nach welchem manzur Befestigung des Glaubens seinenFeind zu lödien verbunden ist. Dawir nun ein groheü Verbrechen schondurch den Mord deS SuttanS began-gen haben, so würden wir eines »ochgrögcrn uns schuldig machen, wennwir Len Vertrag halten und nicht denKönig tödten wollten, welcher der ge-fährlichste Feind unseres Glaubens ist
( car o'ost Io i>iiue kort ouucmi -jiio1a loc paicuuiuce alt). "
72) SoiicvtUc x. 79.
I. Ehr.1222.