88 Geschichte der Kreuzzügc. Buch VIII. Kap. III.
merkwürdigen Gesandtschaft ausführlichen Bericht zu erstat-ten und ihm den vollständigen Inhalt des von dem FürstenJlschigatai an den König von Frankreich erlassenen Schrei-bens mitzutheilen.
So wie der König Ludwig wahrend seines Aufenthaltsin Cypern sich bemühte, den Frieden unter den christlichenFürsten des Morgenlandes wieder herzustellen und zu befe-stigen, eben so bewies der Legat Odo durch Ausgleichungkirchlicher Streitigkeiten eine verdienstliche Thatigkeit. Da derkatholische Erzbischof von Nikosia mit der cyprischen Ritter-schaft in Mißhelligkeiten gcrathcn war und fast sammtlicheRitter des Landes mit dem kirchlichen Banne belegt hatte: sovermittelte Odo die Versöhnung der streitenden Parteyen undbewirkte die Lossprechung der Gebannten. Die billigen Ge-sinnungen, welche der Cardinal in der Schlichtung dieserHandel bewiesen hatte, bewogen den griechischen Erzbischofvon Cypern, welcher mit dem katholischen Erzbischöfe vonNikosia sich entzweyt und die Insel verlassen hatte, zurRückkehr; worauf Odo sowohl den griechischen Prälaten alsdessen Gemeinde, nachdem sie ihre Jrrthümer abgeschworeuhatten, von dem Banne lossprach und in den Schoost derKirche aufnahm ^). Auch hinderte der Cardinal nicht dieFoyer der griechischen kirchlichen Feste, sondern er schloß sichvielmehr mit den Königen Ludwig von Frankreich und Hein-rich von Cypern am Feste der Erscheinung Christi einer Bitt-
46) Onil. Ne dlanx. g. 547 . Vin-cent. IZeiiov. ch.ih.XXXI. c. 94 . ESist. merkwürdig, dag Odo in seinemBerichte Liese Verhandlungen ver-schweigt. Dagegen findet sich unterden Briefen dev PapsteS Jnnoccnz IV.ein an den Legalen Odv gerichtetesSchreibet! vom S. Mai 125 ?, durch
welches die Verhältnisse der griechi-schen Christen in Chvern und ihrerGeistlichkeit zu dem katholischen Erz-bischöfe von Nikosia bestimmt wer-den. S. chaichei Conciiia 'dom. XI.Vars I. zr. 6i3 — 6 t 6 . iVlansi choncfi-Ua vom. XXIII. i>. 578 — 582.