68 Geschichte der Kecnzznge. Buch VIII. Kap. III.
Die Zeit des Auszugs war von Ludwig sehr glücklichgewählt worden, und er würde, wenn er die Landung ander ägyptischen Küste beschleunigt hätte, gerade in der Jah-reszeit daselbst angckommen seyn, in welcher die Ueber-schwemmung des Landes in starker Abnahme war; undwenn er dann der Mündungen des Nils sich hätte bemäch-tigen können: so würde ihm wenigstens die Beschaffenheitdes Bodens während des nächstfolgenden Winters und Früh-lings das Vordringen in das Innere des Landes nicht er-schwert haben. Zum Sammelplätze seines Heeres hatte erdie Insel Cypern bestimmt, und seit zwey Jahren hatte ermit weiser Fürsorge dort unermeßliche Dorräthe an Getreide,Wein und anderen Bedürfnissen gesammelt Wenn Ludwig
x. 624 — 628 mitgethelltcr Bericht Des-selben Legaten, über den Aufenthaltder Pilger auf Cypern und die da-selbst vorgefaklenen Ereignisse, sich be-zieht.
2) „Als wir nach Cypern kamen,"sagt Joinville, „war der König schondaselbst, .und wir fanden grobe Vor-räthe an Wein und Früchten, welchewir der Fürsorge des Königs ver-dankten. Die Weinvorräthe warenvon den Leuten des Königs auf denFeldern an der Küste aufgchäuft; dieWeinfässer, welche man seit zwei)Jahren gekauft hatte-, waren einesüber das andere gelegt, wie die Gar-ben in einer Scheune. Das Getreidewar auf den Feldern aufgeschüttet inHaufen, welche in der Ferne Bergenglichen, und da dasselbe wegen deshäufigen Regens Keime getriebenhatte, so sah man davon nichts alsgrüneS Kraut. Als man späterhindieses Getreide nach Acgvpten brin-gen wollte, so nahm man die DeckedeS grünen KrautcS hinweg und fand
unter derselben das Getreide so frisch,als ob es erst eben ausgcdroschcnwäre." Nach dieser glaubwürdigenNachricht sind wir wohl berechtigt,die Erzählung des Matthäus Paris(est r. 124g x. 764. ?kz) nicht inihrem ganzen Umfange für richtig zuhalten, nach welcher Ludwig, da erwährend des Winters anLebensmittclnin Cypern groben Mangel litt, denGrafen von Bar und den Ritter vonBeugiu nach Venedig und andernbenachbarten Städten und Inseln ge-sandt und um Hülfe gebeten habensoll. Hierauf sollen die Venetiancrihm sechs Schiffe mit Lebensmitteln,einiger Ritterschaft smillmre xracsi-ätum)undvielenanderenKreuzfahrcrngesandt, und auch die Bewohner ande-rer Städte und Inseln ihm Lebens-mittel zugeführt haben, was der Kai-ser Friedrich nicht nur nicht hinderte,sondern beförderte. Als Ludwig aufsolche Weise aus feiner Noth befrcytwar und an Lebensmitteln Ucbcrflusthatte, so soll die Königin Blanc»