Unterhandlungen des Papstes mit den morgen!. Christen. 41
Die Ermahnung, zum Christenthume sich zu bekehren,welche Jnnocenz an die saracenischen Fürsten richtete, dienteihm ohne Zweifel nur als eine seit langer Zeit übliche Formfür die Unterhandlungen des apostolischen Bischofs mitunchristlichen Herrschern; denn Jnnocenz der Vierte war einMann von einem viel zu klarem Verstände und von vielzu umsichtiger Erfahrung, als daß er von einer solchen Er-mahnung einen erheblichen Erfolg erwarten konnte. Dage-gen schienen die Unterhandlungen, welche Jnnocenz seit seinerThronbesteigung mit den Geistlichen verschiedener christlichenGemeinheiten im Morgenlande angeknüpft hatte, wirklicheund dauernde Vortheile für den römischen Stuhl zu begrün-den. Sowohl der Katholicus des Morgenlandes, als einigeBischöfe der jakobitischen und nestorischen Christen, welchedurch die Vermittelung des Papstes Bepstand gegen die Sa-racenen.und Tataren und die Verbesserung der Lage ihrerGlaubensgenossen in den von abendländischen Christen be-herrschten Ländern zu erlangen hofften, erkannten in ehrer-bietigen Schreiben, in welchen sie ausführliche Bekenntnisseihrer Lehrmeinungen ablegten, die Hoheit des römischenStuhles an. Der Katholicus benutzte aber diese Gelegenheit,den Nachfolger des heiligen Petrus zur Nachsicht und Ver-söhnlichkeit gegen den Kaiser Friedrich zu ermahnen. „Wirhaben," schrieb der Katholicus, „von dem Banne gehört,welchen ihr über den Kaiser ausgesprochen habt, und wirhaben zugleich vernommen, daß solches wegen seiner Sün-den und Missethaten geschehen sey; ihr wißt aber, daßunser Heiland gelehrt hat: So dein Bruder an dir sündigt,so verzeihe ihm, und selig sind die Friedfertigen, denn siewerden Gottes Kinder heißen; und an einer anderen Stelle,
1244 wieder In den Besitz der von den men war. Vgl. Gesch. der Arcuzz.ChariSmtern zerstvrlen Stadt gekom- a. a. O. S- öZ4 folg.