3 !
Zustand der Christen in Syrien.
nährte der Papst durch Aufreizungen und Verheißungen vonmancherley Art den Krieg der welfischen Partey gegen denKaiser, und die sicilischen Unterthanen des Kaisers suchteer zum Abfalle von ihrem Herrn zu verführen, indem er ineinem Schreiben, welches zwey Cardinäle als Legaten desapostolischen Stuhls den Prälaten, Grafen, Baronen, Rit-tern und dem Volke des Königreichs Sieilien überbrach-ten, die Segnungen der Freiheit, zu welchen der Wegihnen offen stände, mit lockenden Farben schilderte. „DasGerücht von der Bedrückung," schrieb Jnnvcenz in diesemBriefe, „welche ihr erduldet, hat sich in alle Länder ver-breitet, und eure Seufzer, welche überall gehört wordensind, haben allgemeines Mitlciden erweckt. Viele wundernsich zwar, daß ihr nicht darauf bedacht gewesen seyd,dem schweren und schimpflichen Joche, welches auf euchlastet, und den Erpressungen, welche wider euch selbst undeuer Vermögen geübt werden, euch zu entziehen und euch nachdem Beyspiele anderer Völker die Tröstungen der Freyheitzu verschaffen; der apostolische Stuhl aber entschuldigt euchmit der Furcht, welche unter der Zwingherrschaft eines zwey-ten Nero eurer Herzen sich bemächtigt hat 7*)."
Während der König Ludwig trotz der Hindernisse, welchedie Vollziehung seiner Kreuzfahrt verzögerten, mit rastloserTbätigkeit seine Bemühungen für dieses heilige Werk fort-setzte, verschlimmerte sich immer mehr die Lage der syrische»Christen. Nicht nur wurden die Stadt Ptvlemais und dieübrigen geringen Reste des Königreichs Jerusalem von demSultan von Aegypten und den Charismiern bedrängt, wieim siebenten Buche berichtet worden ist, sondern auch dasFürstenthum Antiochien wurde von furchtbaren Feinden ge-
lt. Clir.1240.
71) Dieses merkwürdige zu Lyon Schreiben findet sich vollständig bey
am sö. April 1-46 erlassene päpstliche NainalduS »ä -246. tz. n—,z.