r6o Geschichte der Kreuzzüge. Buch III. Kap.XI.
t. Csr. lange vor dem Aufgebot zur Kreuzfahrt Frieden und Bund-niß aufgerichtet -), ließ ihn um eine Unterredung ersuchen.Als der Graf aus Furcht vor seinen Mitfürsten diese Unter-redung verweigerte , da -waffneten sich in größter Eile fastalle Wenden, vornehmlich die Obotriten. Zwar ließ derHerzog Niclot dem Grafen Adolf zuvor den Friedenaufsagen, aber seine Boten kamen erst am Tage vor demfeindlichen Einbruch nach Segeberg, dem Wohnsitze Adolfs,und fanden den Grafen nicht einmal daselbst. Darum kamdie Wendische Flotte, welche die Trave hinaufgefahren,
2 S.JUN. nach St. Johanne - und St. Pauls-Tage in der Dunkelheitder Nacht so unerwartet vor der du-ch de» Grafen Adolfnicht lange zuvor zum Schutze des Landes Wagrien wicderge-bauten Stadt Lübeck an, daß dicBurgmänner in derDurg erstdurch das Geräusch der Ruder und das Getöse des Kriegs-Volkes die Ankunft eines feindlichen Heeres gewahr wurden.Das Volk in der Stadt war gerade in dieser Nacht so sehr-berauscht H, und der Lärm der Lustbarkeit, wovon dieStadt erhallte, so groß, daß niemand, auch nicht die Vor-steher der Bürgerschaft der Warnung inne wurden, welchedie Burgmänner ihnen zusandten. Oie Kaufleute und Schif-fer ließen daher die Maaren in den beladenen Schiffen, undkonnten sie den Feinden späterhin nicht anders entziehen, alsdadurch, daß sie mit den Schiffen sie verbrannten. Während dieWcndischeFlotte vorLübeck liegen blieb, die Stadt im Schrck-ken hielt und die Burg zwei) Tage lang beschoß, zogen einzelneHecrhaufcn im Wagrischen Lande herum, verwüsteten allesLand unterhalb der Trave, wo nur die Stadt Eutin durch
4) Ilelinnia. c. 87. S. 58 Ü. Wahrscheinlich war irgend ein beson-
8 ) IN, Nr.» xotativire bered Fest gefeyerr Warden , wovon
rNi-ins." Lclinotä. c. Ü2> S. S87. aber nicht- berichtet wird.