Geschichte der Kreuzzüge.
Drittes Buch.
Der Kreuzzug der Deutschen und Franzosen unter den KönigenConrad III. und Ludwig VH.
Erstes Kapitel.
Ein unbefangenes und gerechtes Urtheil über Männer,welche gewaltig auf ihr Zeitalter wirkten, zu fallen, istschwierig für ihre Zeitgenossen, und oftmals noch schwieri-ger für die Nachwelt. Ein großer Geist, welcher von glü-hendem Eifer für große Zwecke ergriffen, kraftvoll seineBahn verfolgt, zerstört nicht nur das giftige Kraut von trü-gerischer Schönheit, die Hoffnung und Freude seiner kurzsich-tigen Zeitgenossen, sondern vernichtet auch die fruchtbringendeSaat, welche sein Fvrtschreiten erschwert. Wie viele unterfeinen Zeitgenossen sind unbefangen genug, um die Noth-wendigkeit der schmerzhaften Mittel anzuerkennen, welcheseine wohlthätigen Absichten erforderten, und sich nicht durchdie Störung ihrer Hoffnung und Freude zu unbilligem Ur-theil verleiten zu lassen! So wurde auch dem heiligen Bern-hard keine unbefangene Würdigung zu Theil, sondern seinegroßen und herrlichen Eigenschaften wurden von dem Urr-
m. Banv. A