Belagerung von Damascus.
Die beyden mächtigsten Könige der Christenheit und soviele stolze und wcidliche Ritter brachen mitten in der Nachtauf und suchten unbemerkt den Heiden zu entkommen. Abernoch ehe der Tag graute, eilten die damascenischen Reuterihnen nach, erschlugen der Pilger, welche ermattet durchHunger und die Eile der Flucht weniger an Widerstand alsihre Rettung dachten, eine große Zahl und gewannen eineunermeßliche Deute an Kostbarkeiten und Schätzen aller Art,welche die eitlen und prachtlicbcnden Wallfahrer mit sichgeführt
Im klebrigen waren die verratheriscben syrischen Fürstenauf verdiente Weise hintergangen worden: denn alle Gold-stücke , welche sie für ihren schändlichen Verrath empfangen,waren falsch, nur von Kupfer und mit nachgemachtem ägyp-tischen Golde künstlich überzogen, zum Beweise, wie Anarselbst diese Verräther verachtete. Viele fromme und leicht-gläubige Christen aber bildeten sich ein, daß die Goldstückedes Anar durch ein göttliches Wunder, zur Strafe des vonChristen an Christen geübten schändlichen Verraches, in fal-sches Gold verwandelt worden
Welcher Schmerz konnte größer seyn, als der Schmer;der von Damascus zurückkehrenden Pilger, welche statt desherrlichen Namens und rühmlichen Andenkens, welche siesich zu stiften gedacht, nur Schmach und den bitterstenVerdruß gewannen! Um die Schande der Rückkehr ohneVollbringung irgend eines nützlichen Werkes für das heiligeLand von sich abzuwenden, besprachen König Conrad undKönig Ludwig zwar noch in dem Lager vor Damascus mit
I. §hr.r-48.
33) Bericht des Abo Joli, Veivtage il.
34 ) S. Abulfaradsch in Beul.II. und dnselbg Anm, 4 Ü,