Belagerung von Dam.iseiis. 249
möglich schien, das verschanzte Lager der Christen zu über- s> ehr.wältigcn ").
In dieser mißmuthigeu Stimmung waren die Pilger,als zuerst Boten des Athabek Saifeddin, Fürsten von Mosulund Bruders des furchtbaren Nurcddin, zu den Königenkamen, mit drohenden Worten den Anzug von zwanzig tau-send tapfern Streitern aus Mosul ankündigten, und dieChristen aufforderten, unverzüglich von Damascus abzu-lassen, wofern sie nicht die schwere Rache des Athabek fühlenwollten. Bald hernach erschienen Botschafter des Reichs-Verwesers Anar, welche gleichfalls die Kunde von dem An-zuge des Heers von Mosul brachten und freundlich den Pil-gerfürsten verstellten, wie eitel und unnütz alles ihr Begin-nen gegen eine so große Macht wäre. Denn Anar war selbstin eine große Verlegenheit gerathcn, aus welcher ihn nurder baldige Abzug des christlichen Heers befreycn konnte.
Als Saifeddin von Anar, da die Gefahr über ihn einbrach,zu Hülfe gerufen, aus seinem Lager bey Emessa dem Reichs-verweser seine baldige Ankunft melden ließ, forderte er zu-gleich die Neberantwortung der Stadt Damascus an seine
dü) Von den Begebenheiten des Vier-den Tages geben eben sv, als van derSchlacht des zweyten Tages blech diearabischen Schriftsteller Nachricht.Es ist auffallend, dag der sonst sogenaue Wilhelm von Tyrusnichts davon erwähnt. Nach denNachrichten bey Eb n Dschuft undEbn Abi Thaii (Beyl. II.) sollendie Christen muthlos geworden seyndadurch, day (wahrscheinlich in demGefechte am zwcyten Tage nach derAnkunft deS christlichen Heers) derPriester getodtct wurde, welcher das
heilige Kreuz trug. Davon findet sichzwar auch nichts bey Wilhelm v.TyruS; aber seine Nachrichten überdie Belagerung von Damascus sindüberhaupt ungemein unvollständig,und man sieht wohl, day der from-me Erzbischoff sich beeilte, von diesenBegebenheiten, welche den syrischenChristen so grosse Nnehre und so gro-ssen Nachtbcil brachten, sich zu tren-nen. Darum haben wir auch keinBedenken getragen, die Nachricht vondem Falle jenes Priesters in die Er-zählung culszunehme».